Festgeld in Kroatien anlegen

Suncokret

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#1
Frage an die Finanzfachleute hier: Ist das seriös?
"Savedo, der erste internationale Online-Finanzmarktplatz für Spareinlagen im EU-Ausland, ermöglicht deutschen Sparern erstmals ihr Festgeld zu attraktiven Zinsen sicher in Kroatien anzulegen. Dank einer exklusiven Zusammenarbeit mit der kroatischen VABA Banka steht deutschen Sparern nun eine neue Anlagemöglichkeit mit deutschlandweit höchster Verzinsung zur Verfügung: Bei einer Laufzeit von zwei Jahren erhalten Savedo-Kunden von der VABA Banka 2,0% p.a. Zinsen für ihr Festgeld. Die Mindestanlagesumme beträgt 20.000 EUR."
http://www.pressebox.de/pressemitte...-deutschlandweit-besten-Zinssatz/boxid/760222
 

Aetz

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#3
Ich halte das Angebot auch fuer serioes (aber vom Gesichtspunkt Rendite zu Risiko nicht besonders interessant).

Knackpunkt ist die kroatische Einlagesicherung (wie EU weit: 100.000 Euro) fuer die bei dieser Bank aber Kroatien (und nicht z.B. Deutschland, Holland oder Oesterreich) garantiert.
Langfristrating von Kroatien liegt mit BB schon 2 Stufen unterhalb vom Investment Grade und duerfte sich im Laufe der Zeit (Ausblick negativ) eher verschlechtern als verbessern.
 

claus-juergen

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#5
hallo vermögende Mitglieder,

sind wir nach wenigen Jahren schon wieder so weit? Gier frißt Hirn?

Jede Bank kocht bloß mit Wasser. All diejenigen Banken, die in der Vergangenheit exobitant hohe Zinsen auf Einlagen gezahlt haben, gibt es heute nicht mehr oder sie wurden verstaatlicht.

Überlegt doch mal. Wenn ein 10jähriger Baukredit hierzulande für 2 % bei vielen Banken zu bekommen ist, dann kann eine seriöse Bank keine Einlagen in der gleichen Höhe zahlen. Die Bank will und muß auch leben. Dieses kleine Einmaleins gilt auch in Kroatien, wo die Zinsen zwar allgemein etwas höher, aber noch lange nicht abgehoben sind.

Ich bleibe bei meinen sicheren 0,15 % auf täglich kündbares Festgeld bei meiner regionalen Kartoffelbank. Wird eh Zeit, daß ich das Geld ausgebe... ;)

grüsse

jürgen
 

vn15biker

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#6
Rating B wäre mir zu wenig.
Die Einlagensicherung ist Minimalstandard = EU Mindestvorschrift.
"no risk - no fun" würde ich sagen....

Ups - inzwischen hat Suncrokret einen guten Link gepostet - dem ist nichts hinzuzufügen, Danke !
Lasst Euch wg. ein paar Euronen Zinsen nicht den Verstand vernebeln - Gier ist kein guter Ratgeber.
 

nihil-est

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#7
Aktuell lohnt es sich gar nicht Risiko einzugehen, wie auch nicht Minizinsen mitzunehmen. Meine ich.

Es ist Zeit das Geld auszugeben und zwar längerfristig gesehen.

Ne neue Wohnzimmerwand - da sind locker 20% drinne, hält 10-20 Jahre.
Eigentümer beispielsweise investieren in moderne Kessel, auch sind satte Rabatte drinne und man spart mehr als manch mickriger Zins p/a bringen würde.

Es gäbe auch recht sichere lukrativere Alternativanlagen, falls jemand tatsächlich zuviel Geld haben sollte. Kann man ja auch überlegen.

Ich jedenfalls würde aktuell weder für 2% bei obiger Bank mein Geld parken - noch bei der " Kartoffelbank " deutlich unterhalb der Inflationsrate auch wenn diese laut Statistik aktuell bei 0 sein soll ( was ich eher nicht glaube ).

--
-
OK, die Ursprungsfrage an sich war ja für Finanzfachleute. Bin ich gar nicht.

Rheenisch betrachtet: Ich wär nicht soooo blöde 10.000€ zu riskieren um 15€ zu bekommen ( " Kartoffelbank " ) oder auch 200€ ( VABA ). Wir hier im Rheenland haben da lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf´m Dach!


Gruss in die Runde
 

Aetz

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#8
Überlegt doch mal. Wenn ein 10jähriger Baukredit hierzulande für 2 % bei vielen Banken zu bekommen ist, dann kann eine seriöse Bank keine Einlagen in der gleichen Höhe zahlen. Die Bank will und muß auch leben. Dieses kleine Einmaleins gilt auch in Kroatien, wo die Zinsen zwar allgemein etwas höher, aber noch lange nicht abgehoben sind.
Das ist nicht richtig. Mit der Einlage kann die Bank sich das Hundertfache von der Zentralbank zu einem momentan (wobei dieses momentan schon laenger andauert) zu einem extrem guenstigen Zinssatz besorgen.
In den Kredit-Refinanzierungskosten gehen also diese 2% nur zu 1% ein, waehrend der guenstige Zinssatz der EZB zu 99% die Refinanzierungskosten bestimmt. Somit ist der Zinssatz fuer die Einlage nicht so entscheidend fuer die Bank, viel wichtiger ist fuer sie, dass die Einlage existiert.

Um Einlagen zu generieren, muessen natuerlich Banken mit geringer Bonitaet in Staaten mit geringer Bonitaet mehr zahlen als andere Banken. Wie gesagt, halte ich die 2% in diesem Fall fuer wenig attraktiv.
 

claus-juergen

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#9
hallo Gerd,

echt lustig, wie du mit deinem rheinischen Humor an das Thema herangehst. :)

hallo Aetz,

faktisch gelten auch für kroatische Banken die Regeln aus Basel III. Vielleicht reicht das Eigenkapital tatsächlich nicht aus, so daß diese Bank händeringend Einlagen sucht.

Ich bleibe bei meiner Bauernbank. ;)

grüsse

jürgen
 

Aetz

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#10
faktisch gelten auch für kroatische Banken die Regeln aus Basel III. Vielleicht reicht das Eigenkapital tatsächlich nicht aus, so daß diese Bank händeringend Einlagen sucht.
Spareinlagen sind kein Kern- und auch kein Ergaenzungskapital. Falls man also wegen Basel3 Probleme mit dem Verhaeltnis Bilanzsumme zu Eigenkapital bekommt, dann kann man das nicht durch Spareinlagen ausgleichen.
AFAIK koennen die Einlagen nur dazu dienen, um (mit dem schon erwaehnten grossen Hebel und momentan dazu sehr guenstig) Geld von der Zentralbank aufzunehmen (und das natuerlich auch nur so lange wie und in dem Umfang das Gesetze und Regularien eingehalten werden).
 

Suncokret

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#11
Stiftung Warentest:
Die Zinsplattform Savedo hat mit der KentBank bereits die dritte kroatische Bank in ihre Angebotspalette aufgenommen. Sie bietet Festgelder mit Laufzeiten von ein bis drei Jahren. Schon seit einigen Monaten gibt es bei Savedo Festgeldangebote der VABA Banka und der Banka Kovanica. Obwohl Anleger bei diesen Banken höhere Zinsen bekommen als bei westeuropäischen Instituten, rät Finanztest von den Angeboten aus Kroatien ab.
https://www.test.de/Neues-Zinsangebot-von-Savedo-Keine-Empfehlung-fuer-Kroatien-4990707-0/
 

teleskopix

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#12
Die Begründung ist sehr allgemein und "oberflächlich" gehalten. Es kommt sehr deutlich auf die Laufzeit und Ausstiegsklauseln an ob das Angebot mit hohen Risiken verbunden ist. Und man muß bei solchen Angeboten natürlich min.1x Woche die Zahlen prüfen und wenn es kritisch wird täglich um ggf. sofort zu reagieren.
 

Marius

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#13
Null, ein oder zwei Prozent, das sind doch alles Peanuts. In Zeiten wie diesen muss man investieren, das kann doch nicht so kompliziert sein ;-)
 

Suncokret

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#14
Lieber Marius, ich investiere leider zu viel in Peanuts (gerne geröstet und gesalzen). Wenn ich dann auf die Waage steige, staune ich immer wieder über den hohen Ertrag. Manchmal denke ich: fast 100 Prozent, das kann doch nicht sein. Und das Verrückte ist: je älter ich werde, desto höher wird der Ertrag :)
 

claus-juergen

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#15
hallo,

egal ob nun ein oder zwei Prozent Zins pro Jahr in Kroatien oder 0 Prozent hierzulande. Das Kapital wird einfach aufgrund der Inflation im Laufe der Zeit weniger. Andere Anlageformen sind derzeit gefragt. Vermutlich dürften Aktien auf lange Sicht das beste sein. Die gute alte Lebensversicherung oder der Bausparvertrag oder sonstige Sparverträge kosten heute in der Niedrigzinsphase mehr als sie an Erträgen abwerfen.

Ansonsten hat Marius recht. Es war noch nie so lukrativ wie heute Schulden zu machen und dieses geliehene Geld zu investieren. Nur dürfte sich nicht jeder eine Eigentumswohnung zur Vermietung oder/und Wertsteigerung leisten oder auch zulegen wollen. Vielleicht wäre die Solaranlage auf dem Dach des eigenen Hauses eine Alternative. Mittlerweile rechnet sich dieses bei Einspeisung und Eigenverbrauch des erzeugten Stroms gerade dann wenn man viel Strom benötigt.

Was Geldanlagen bei Banken im Ausland betrifft, lasse ich persönlich die Finger davon. Ich traue schon den heimischen Banken nicht so ganz, da verbietet es sich einfach, einer völlig unbekannten Bank meine sauer verdienten Kröten anzuvertrauen. Lehmann Brothers lassen grüssen...

grüsse

jürgen
 
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