Wann kommt der Beitritt zum Schengener Abkommen?

OFSN

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#41
Tatsache ist, das Griechenland das nicht so umsetzt wie Slowenien, da sind wir uns ja einig. Und nicht nur Griechenland.
Also könnte es auch Slowenien so handhaben, so ist das nunmal, egal was du davon haeltst...
Da soll sich nochmal jemand über den immer größeren EU Frust wundern, wenn sich stets an den schlechtesten Mitgliedern zu orientieren sein soll. Es ist der Grund, weshalb Schengen nicht annähernd das ist, was bei dessen Einführung versprochen wurde. Es ist der Grund, weshalb Dublin so ernst genommen wird wie ein rosa Elefant auf einem fliegenden Teppich. Und es ist der Grund, weshalb die Regeln zur Währungsstabilität das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Übrigens auch da wurden vor der Einführung des Euros völlig andere Versprechungen gemacht.

In allen drei Punkten wurden die Bürger von A bis Z verarscht und das sind nur die Highlights. Leider gibt es Menschen, die sich an Versprechungen der Politiker erinnern können. Das sind die Bürger, die sich jetzt zu Recht gegen die EU stemmen. Ganz egal, was du von denen und dem EU Monster hältst.
 

claus-juergen

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#42
hallo OFSN,

es liegt tatsächlich an der Umsetzung der Regeln, die Brüssel eigentlich für alle Mitgliedsstaaten festlegt. Griechenland ist nun mal in vielerlei Hinsich ein extremes Beispiel. Das Land und auch jeder dort wohnende Bürger konnte jahrzehntelang ohne irgendwelche Kontrolle machen, was ein jeder will. In Brüssel und den Hauptstädten der EU-Länder hat man die Augen bewußt verschlossen.

Schengen ist genauso wie das Dublin-Abkommen eine gute Sache. Wenn aber jeder Staat auch in diesem Bereich sein eigenes Süppchen kocht, dann bringt das doch nichts. Ich habe keine Lösung wie ein künftiges Schengen, eine künftige EU und ein zukünftiger Euro oder wie auch immer man das dann nennen mag aussieht.

Mir ist nur klar, daß es so nicht weiter gehen kann und all die blauäugigen Versprechen vom Vereinten Europa in Frieden und Wohlstand für alle Länder scheinbar Makulatur sind.

Trotz allem hoffe ich darauf, daß irgendwann einmal der Reiseverkehr nach Kroatien für uns Urlauber vereinfacht wird.

Im übrigen ist der russische Bär derjenige, der sich freut, wenn Europa uneins ist. Getreu dem alten römischen Motto "Divide et impera" arbeitet Putin und sein Apparatschik stetig daran, an den Beinen des EU-Stuhls zu sägen.

(für die Nichtlateiner hier der link https://de.wikipedia.org/wiki/Divide_et_impera )

grüsse

jürgen
 

Marius

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#43
Was hast du denn an der Währungsstabilität auszusetzen?
Willst du etwa den slowenischen Tolar zurück? Den konnte man doch maximal zum A....auswischen verwenden.
Also wirklich, Sachen gibt's :)
 

stoitschkov

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#44
Jürgen,
nicht nur der russische Bär, auch der amerikanische Trump freuen sich diebisch über ein zerstrittenes Europa. Dass Dublin noch weniger ernst genommen wird wie Schengen ist ein Skandal und ein echtes Versäumnis der EU. Wenn Polen und Ungarn in Europa Schule macht (und GB sowieso), und nicht die Erwartungen und Hoffnungen der anderen 25 Staaten und Völker, dann wird die europäische Idee ad absurdum geführt.
Wo sind die Demonstrationen und Kundgebungen für ein vereintes freies Europa?
 

claus-juergen

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#46
Jürgen,
nicht nur der russische Bär, auch der amerikanische Trump freuen sich diebisch über ein zerstrittenes Europa. Dass Dublin noch weniger ernst genommen wird wie Schengen ist ein Skandal und ein echtes Versäumnis der EU. Wenn Polen und Ungarn in Europa Schule macht (und GB sowieso), und nicht die Erwartungen und Hoffnungen der anderen 25 Staaten und Völker, dann wird die europäische Idee ad absurdum geführt....
hallo Frank,

du must schon zugeben, daß der Vergleich Trump mit dem russischen Bären hinkt. Die USA sind eine seit bald 240 Jahren funktionierende Demokratie, die Kriege und Bürgerkrieg überstanden haben. Nun wird das Land auch maximal vier Jahre mit einem sagen wir mal "sonderbaren Präsidenten" überstehen. Was Russland anbelangt, hat die dortige Führung unter dem Langzeitpräsidenten nicht nur einen Führungsanspruch über Europa, sondern auch territoriale Forderungen, die mehr oder weniger offenkundig sind.

Klar kann man nun sagen, daß die Ukraine halt genauso wie Georgien, Moldawien oder die baltischen Staaten Pech haben, weil sie nun mal an den Rändern des Riesenreichs angrenzen und eine teilweise russischsprachige Bevölkerung haben. Selbst bei uns in Deutschland gibt es mitterweile Millionen Mitbürger, die als Spätaussiedler aus den GUS-Staaten gekommen sind und in sehr vielen Fällen durch russische Medien beeinflusst werden. Die Demonstrationen gegen den angeblichen Vergewaltigungsfall Lisa durch Flüchtliche, die selbst Aussenminister Lawrow instrumentalisiert hat, ist da nur die Spitze des Eisberges.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fall_Lisa

Russland will nicht nur den europäischen Einigungsprozeß torpedieren sondern ist wie unter dem Zaren und den Kommunisten eine imperiale Macht, die ständig versucht, den eigenen Machtbereich auf andere Länder auszudehnen. Deutschland alleine dürfte zu schwach sein um einen Gegenpol aufzubauen. Dazu braucht es ein vereintes Europa.

Scheitert das, was durchaus denkbar ist, dann fällt Europa zurück in Kleinstaaterei und Bündnisse gegen andere Bündnisse. Profitieren wird Onkel Iwan. :(

Schengen ist dann sowieso Geschichte. :(

grüsse

jürgen
 

OFSN

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#47
Mir ist nur klar, daß es so nicht weiter gehen kann und all die blauäugigen Versprechen vom Vereinten Europa in Frieden und Wohlstand für alle Länder scheinbar Makulatur sind.
Was sie nicht sein müssen. Die europäische Idee war lange eine Erfolgsgeschichte und der jetzige Frust ist eine nahezu logische Folge dessen.
Ein Beispiel. Ein sehr guter Mitarbeiter in einem großen Unternehmen bekommt immer größere Aufgaben und wird nach und nach immer weiter befördert. So lange bis er auf einer Position ist, bei der er überfordert scheint. Er wird dann fast nie auf die letzte erfolgreiche Stelle zurück gesetzt. In aller Regel trennen sich irgendwann die Wege, was für beide nachteilig ist.
Auch in der EU schafft man es nicht, zurück zu schauen und auf den Punkt zurück zu gehen, an dem es noch eine Erfolgsgeschichte war. Das liegt natürlich daran, dass ausgerechnet die Leute dieses Bürokratiemonster einfangen müssten, die sich wie viele, viele Parasiten mehr als sehr gut auch von einer katastrophalen EU ernähren. Welche Laus beschwert sich schon über ein völlig verfilztes Fell?
Gerade weil sich der EU Apparat nicht selbst heilen kann, muss das von außen geschehen. Das geht radikal über einen Austritt und daran anschließenden neuen Verträgen oder über eine Schermaschine, die Ordnung in den Filz bringt. Bislang kann ich nicht erkennen, dass es einen Willen gibt, sich auf die ursprüngliche Idee eines Europas der friedlichen und förderlichen Koexistenz diverser Nationen zurück zu besinnen, was der Ursprung der langen Friedenszeit in weiten Teilen Europas ist.

Getreu dem alten römischen Motto "Divide et impera" arbeitet Putin und sein Apparatschik stetig daran, an den Beinen des EU-Stuhls zu sägen.
Diese Strategie findest du immer und überall. Falsch ist es dennoch, nur deswegen die Reihen zu schließen und vereint wie Lemminge die Klippen hinab zu springen. Politiker sprechen dann gern von Spaltung und meinen damit eigentlich, wer nicht meiner Meinung ist, der muss ausgegrenzt werden. Betreibt also selbst Spaltung. Es macht schlichtweg keinen Sinn, an den USE zu arbeiten, wenn jetzt schon einer zu großen Minderheit der Verlust der Souveränität zu weit geht. Wer spaltet nun? Derjenige, der dennoch den Prozess in diese Richtung treibt oder derjenige, der diesen Weg nicht weiter gehen möchte?

Trotz allem hoffe ich darauf, daß irgendwann einmal der Reiseverkehr nach Kroatien für uns Urlauber vereinfacht wird.
Stellt sich die Frage, ob es nur die Alternativen offene Grenzen oder generell strenge Kontrollen gibt. Ins Blaue hinein könnte ich mir z.B. eine Art Videospur an der Grenze vorstellen. Ähnlich der Videomautspur bei der Sondermaut. Man gibt vorab anhand der Ausweisnummern ein, an welchem Tag mit welchem Fahrzeug welche Personen welche Grenze überqueren wollen. Auf der Expressspur an der Grenze wird das Kennzeichen wie schon so oft gelesen und dem Grenzer die Daten direkt angezeigt, die vorab eingegeben wurden. Der Grenzer braucht dann nur noch zu schauen, ob die Insassen zu den Daten passen und muss sie nicht erst einlesen und entscheiden, ob er eine Kontrolle durchführen möchte. In der Vergangenheit auffällig gewordene Personen könnten wie bei der Videomaut direkt zur Kontrolle abgeleitet werden.

Willst du etwa den slowenischen Tolar zurück? Den konnte man doch maximal zum A....auswischen verwenden.
Das ist weit unter deinem Niveau.
 

vn15biker

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#48
Russland will nicht nur den europäischen Einigungsprozeß torpedieren sondern ist wie unter dem Zaren und den Kommunisten eine imperiale Macht, die ständig versucht, den eigenen Machtbereich auf andere Länder auszudehnen.
Das Bestreben ist ja nicht abzusprechen, aber ich sehe es als Versuch, den tatsächlich in der Realität ständig schrumpfenden Machtbereich wieder aufzufüllen.
Fakt ist doch , dass sich Russland bedroht fühlt. Wann stand die NATO in der Vergangenheit schon mal an der russischen Grenze ? Z.Zt aber im Baltikum sehr wohl.
Dass sich Russland nicht gut fühlt, wenn ehemalige WP-Partner jetzt in der NATO sind und damit direkt vor der Haustür, kann ich verstehen.
Von Versuchen, den Machtbereich auszudehnen kann man ja sprechen, die Realität sieht anders aus.
 

claus-juergen

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#49
Das Bestreben ist ja nicht abzusprechen, aber ich sehe es als Versuch, den tatsächlich in der Realität ständig schrumpfenden Machtbereich wieder aufzufüllen.
Fakt ist doch , dass sich Russland bedroht fühlt. Wann stand die NATO in der Vergangenheit schon mal an der russischen Grenze ? Z.Zt aber im Baltikum sehr wohl.
Dass sich Russland nicht gut fühlt, wenn ehemalige WP-Partner jetzt in der NATO sind und damit direkt vor der Haustür, kann ich verstehen.
Von Versuchen, den Machtbereich auszudehnen kann man ja sprechen, die Realität sieht anders aus.
hallo Ralf,

du vergisst den südlichen Anreiner Türkei. Die ist schon seit 1952 (!) NATO-Mitglied und geschichtlich gesehen seit vielen hundert Jahren der Rivale Russlands. Die Kriege des Zarenreichs gegen das Osmanische Reich lassen sich kaum zählen.

Auch wenn Russland sich bedroht fühlt, ist das noch lange kein Grund dafür, Gebiete in Georgien, der Ukraine oder der Republik Moldau zu besetzen und dann sibyllinisch von "Neurussland" zu sprechen.

Putin spricht ja immer davon, daß die Auflösung der UdSSR die größte Tragödie des 20. Jahrhunderts gewesen sei und möchte dies gerne revidieren. Allerdings erfreut sich selbst sein Ex-Spezi Alexander Lukaschenko seines kleinen Zarenreichs namens Weißrussland und will auf keinen Fall heim ins Reich des russischen Bären. Die Despoten in den heutigen asiatischen "Republiken", die früher Teil der UdSSR waren noch viel weniger. Haben die doch mittlerweile eine eigene oligarche Kleptokratie für den jeweiligen Familienclan aufgebaut.

Ich meine, daß hierzulande viel zu lange der "lupenreine Demokrat" von der Moskwa hofiert wurde. Nun, da er einen Teil der Ukraine anektiert und in einem anderen Teil einen Stellvertreterkrieg führt, haben es scheinbar doch die meisten unserer Volksvertreter kapiert, daß mit Mischa nur gut Kirschen essen ist, wenn man sein Spiel mitmacht. ;)

grüsse

jürgen
 

vn15biker

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#50
Ich wollte die Anexionen auch nicht rechtfertigen, sondern nur dazu ermuntern, wenigstens einmal, ja nur ein einziges mal, die Lage mit den Augen Russlands zu sehen.
Die Krim einzunehmen, war ganz klar ein kriegerischer Akt, der zu verurteilen ist. Aus russischer Sicht gehört die Krim ja nun wirklich eher zu Russland als zur Ukraine.
Bei Auflösung der Sowjetunion wurden die Gebiete verteilt und die Krim fiel an die Ukraine. Dass deren nationalistische Führung die freiwillig nicht zurück gibt, ist eh klar.
Die Ukraine ist für mich noch viel weniger demokratisch als Russland.
Und in meinen Augen geht Frieden in Europa und auch in anderen Teilen der Welt nur MIT Russland und nicht dagegen ! Ganz aktuell in Syrien !!
 

stoitschkov

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#51
du must schon zugeben, daß der Vergleich Trump mit dem russischen Bären hinkt
Nein, muss ich nicht.
Was die hegemonistische Energie der USA betrifft, hinkt sie der russischen keinesfalls hinterher. Ob Langzeitpräsident oder überholungsbedürftige Demokratie spielt da eher eine untergeordnete
Rolle.
Fall Lisa: Wie gut dass Deutschland besonnen reagiert hat!
Übrigens ist der Irakkrieg auch nur ausgebrochen weil ein Mädchen aus Kuweit eine tränenreiche Lügengeschichte vor den Vereinten Nationen erzählt hat, und obwohl es die amerikanischen Geheimdienste besser wussten.
Klar fühlt sich Russland in die Ecke gedrängt. Der Warschauer Pakt wurde aufgelöst, doch die Nato nicht, im Gegenteil sie rückt Russland immer dichter auf die Pelle. In Wirtschafts- und Strategie-Fragen ist Russland plötzlich kein Partner mehr sondern Schmuddelkind.
Das völlig absurde Warenembargo der EU gegen Russland setzt noch eins drauf. Ganz andere Schurkenstaaten wie z.B. Saudi-Arabien genießen dagegen den vollen Komfort bis hin zum Export von Waffenfabriken
 

Marius

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#52
Das völlig absurde Warenembargo gegen Russland?
Also man kann ja meinetwegen darüber diskutieren, ich zum Beispiel finde es gerechtfertigt, aber "völlig absurd" ist ja nun ein ganz kleines bisschen zu dick aufgetragen, nein eigentlich ist es sogar völlig absurd! ;-)
 

claus-juergen

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#53
Ich wollte die Anexionen auch nicht rechtfertigen, sondern nur dazu ermuntern, wenigstens einmal, ja nur ein einziges mal, die Lage mit den Augen Russlands zu sehen.
Die Krim einzunehmen, war ganz klar ein kriegerischer Akt, der zu verurteilen ist. Aus russischer Sicht gehört die Krim ja nun wirklich eher zu Russland als zur Ukraine.
Bei Auflösung der Sowjetunion wurden die Gebiete verteilt und die Krim fiel an die Ukraine. Dass deren nationalistische Führung die freiwillig nicht zurück gibt, ist eh klar.
Die Ukraine ist für mich noch viel weniger demokratisch als Russland.
Und in meinen Augen geht Frieden in Europa und auch in anderen Teilen der Welt nur MIT Russland und nicht dagegen ! Ganz aktuell in Syrien !!
hallo Ralf,

Dinge muß man natürlich auch mit den Augen der Russen sehen. Da hast du völlig recht. Leider sehen unsere Nachbarn im Westen, Süden und Osten territoriale Angelegenheiten nicht mit den Augen der Deutschen. ;)

Allerdings solltest du dich informieren, wie es sich mit der Krim verhält. Wikipedia sagt es dir ganz deutlich:

"Nachdem Nikita Chruschtschow sowjetischer Parteichef geworden war, wurde die Krim 1954 an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angegliedert."

Das hat also nichts mit der Auflösung der Sowjetunion zu tun. Ob die Ukraine oder Russland von uns "demokratischer" angesehen werden oder nicht, spielt keine Rolle. Ich gehe mit dir konform, daß beide Staaten der westlichen Auffassung von Demokratie nicht entsprechen. Darf Deutschland im Gegenzug Liechtenstein und Monaco besetzen und annektieren, weil es sich um Erbmonachien und nicht um Demokratien handelt?

Dann gibt es noch den Grundlagenvertrag zwischen der Ukraine und Russland vom 02.12.1991, in welchem Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion die völlige territoriale Integrität der Ukraine einschließlich der Krim und dem Donbass garantiert. Gegen diesen Vetrag hat Russland unter Putin eindeutig verstossen.

"Am 2. Dezember 1991 erfolgte die Anerkennung der Ukraine durch Russland. Das Territorium der Ukraine und damit ihre Grenzen zu Russland wurde im Grundlagenvertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine vom 31. Mai 1997 festgeschrieben. Der Grundlagenvertrag trat erst am 1. April 1999 in Kraft, weil der Föderationsrat lange mit der Ratifizierung zögerte.[37] Mit dem Grundlagenvertrag wurden auch weitere Verträge über die Stadt Sewastopol abgeschlossen, die deren Status regelten. Sie bestätigten die Souveränität der Ukraine über die Stadt und den Hafen und garantierte zugleich Russland das Recht, dort für mindestens weitere 20 Jahre einen Marinehafen zu betreiben. Mit der Unterzeichnung des Grundlagenvertrags verzichtete Russland auf alle territorialen Forderungen bezüglich der Krim einschließlich Sewastopols. Der Grundlagenvertrag hat eine Laufzeit von 10 Jahren und verlängert sich automatisch, wenn er nicht gekündigt wird." (aus Wikipedia)

Ich stimme mit dir auch überein, daß Russland als mit Abstand größte Militärmacht in den Frieden in Europa miteingebunden werden muß. Nur ist ein Friede, der sich auf die Macht der Gewehre stützt, nicht von Dauer. Das sehen wir seit Jahrzehnten in Tschetschenien, einem Teil von Russland. In Syrien hat sich Russland ganz eindeutig auf die Seite des Massenmörders und Kriegsverbrechers Assad gestellt. Das soll nicht die Verbrechen der anderen Kriegsparteien mildern. Aber Assad und diejenigen, die ihn stützen ist das Problem.

Nein, muss ich nicht.
Was die hegemonistische Energie der USA betrifft, hinkt sie der russischen keinesfalls hinterher. Ob Langzeitpräsident oder überholungsbedürftige Demokratie spielt da eher eine untergeordnete
Rolle.
...
Übrigens ist der Irakkrieg auch nur ausgebrochen weil ein Mädchen aus Kuweit eine tränenreiche Lügengeschichte vor den Vereinten Nationen erzählt hat, und obwohl es die amerikanischen Geheimdienste besser wussten.
Klar fühlt sich Russland in die Ecke gedrängt. Der Warschauer Pakt wurde aufgelöst, doch die Nato nicht, im Gegenteil sie rückt Russland immer dichter auf die Pelle. In Wirtschafts- und Strategie-Fragen ist Russland plötzlich kein Partner mehr sondern Schmuddelkind.
Das völlig absurde Warenembargo der EU gegen Russland setzt noch eins drauf. Ganz andere Schurkenstaaten wie z.B. Saudi-Arabien genießen dagegen den vollen Komfort bis hin zum Export von Waffenfabriken
hallo Frank,

auch wenn bei Unkel Sam auch nicht alles Gold ist was glänzt, sind die demokratischen Regeln drüben doch wesentlich stärker in der Gesellschaft und Politik verankert als bei Onkel Iwan.

"Der Irakkrieg" ist nicht wegen der Geschichte eines Mädchens ausgebrochen. Es gibt auch nicht "den Irakkrieg" sondern drei in der jüngeren Geschichte. Der erste wurde von Saddam Hussein angezettelt, der sein Nachbarland Iran überfiel und dauerte von 1980 bis 1988. Auch beim zweiten war der Diktator aus dem Irak der Auslösende. Er überfiel Kuweit im Jahr 1990 und wurde durch ein Militärbündnis unter Führung der Amis vertrieben. Der dritte wurde von den Amis gemeinsam mit anderen Ländern gegen den Irak im Jahr 2003 geführt. Als Begründung mußten die angeblich vorhandenen Chemiewaffen des Irak herhalten, was sich im Nachhinein als falsch herausgestellt hat. Mittlerweile ist auch jedem bekannt, daß dieser Grund von den Amis nur vorgeschoben war. Die Amis wollte Saddam Hussein schlicht und einfach ausschalten.

Was den Warschauer Pakt betrifft Frank, solltest du wissen, daß dies ein Zwangsbündnis unter Führung der Sowjetunion war. Die Mitglieder der NATO sind freiwillig nach einem meist langwierigen Aufnahmeprozeß beigetreten. Auch heute noch möchten viele diesem Bündnis beitreten, was die NATO bisher ablehnt. Im Gegensatz zu der Endzeit des Warschauer Pakts will aus der NATO kein Land austreten.

Was dein Hinweis auf andere "Schurkenstaaten" anbelangt, sollten wir nun langsam zum eigentlichen Thema "Schengen-Beitritt" zurückkommen. Ich persönlich finde diese Diskussion hier zwar gut und meine, daß wir auf hohem Niveau unter Wahrung des gegenseitigen Respekts diskutieren. Allerdings gibt es ja doch den ein oder anderen, den das zwar nicht interessiert, der aber trotzdem mitliest und uns dann die Leviten liest. ;)

Lustige "Hunde- und Katzenbilder" werden jahrelang nicht so kritisiert, wie ein paar Postings zu wirtschaftlichen und politischen Themen, die von Kroatien abweichen wobei sich ja eine Mehrheit für die Beibehaltung des Themenbereichs "Dies und Das" herauskristallisiert.

grüsse

jürgen
 

teleskopix

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#54
Imho muss der Osten der EU deutlich demokratischer werden. Die sind noch viel zu "kleinstaatlich". Und in USA registriert das Geld, nicht die Demokratie, von Russland ganz zu schweigen.
 

Marius

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#55
Danke, Jürgen, für die sehr profunde Geschichtsstunde. Ich finde auch nicht, dass sie zu lang war.
Ich würde sogar sagen, da ist kein Wort zu viel, reine Fakten und wenig Interpretation.
Das liest man heutzutage selten in einer Welt, wo man immer mehr Mitleid mit Putin und seinen Oligarchen hat, während er sich den Arsch ablacht. :)
 

claus-juergen

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#56
J

Jackman

Guest
#58
Ich weiß es war mal für bis Sommer 2017 anberaumt, wenn man es verschlafen hat, darf man jetzt
wegen Befürchtungen von Besucherzahleneinbruch nicht rumheulen.
 
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