Konflikte zwischen Kroatien und Serbien

Suncokret

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#1
Das jüngste EU-Mitglied Kroatien und der Beitrittskandidat Serbien haben sich wegen der Flüchtlingskrise auf einen bitteren Streit eingelassen. Nachdem Kroatien seine Grenzen gesperrt hatte, verbot Serbien am Donnerstag die Einfuhr kroatischer Waren. Zagreb antwortete mit einem Einreiseverbot für Pkw mit serbischen Kennzeichen.
http://www.handelsblatt.com/politik...-sorgt-fuer-zank-unter-nachbarn/12364076.html
 

nihil-est

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#2
Mojen @Suncokret ,

wir beede kennen uns ja een bisserl, auch per PM.

Das geht - als Thema - doch eh aus wie das " Hornberger Schiessen ". Im Extrem wird das Thema ( zurecht ) geschlossen.

Nix gegen dich!!!! Ausdrücklich!!!

Ja, ist von gesteigertem Interesse das Thema. Da hast Du nun einmal recht.
Ich hingegen frage....könnten wir das nicht grundsätzlich " ausblenden " hier ?

Per PM kann man sich sicherlich genügend auch hier austauschen - tolle Tipps erhalten. Pläne schmieden, zur Not/in Notlage, Ansprechpartner hätten wir hier hüben wie drüben der politischen Ansicht.

Nicht das ich nu " Blauäugig " erscheinen würde, aber ich uuuuurpersönlich finde ( der Aktualität geschuldet ) müsste man sich als Forum positionieren.
Meene Idee ( Rheinisches Grundgesetz ):
Artikel 7: Wat wells de maache?
(„Was willst du machen?“)
Füg dich in dein Schicksal.

Sacht an sich....lasst uns een Gentlemen’s Agreement der Stammforisten treffen und es nicht mehr zu thematisieren/kommentieren. OK, een bisserl auch " Vogel Strauss Mentalität ".

Zur Diskussion


Gruss in die Runde
 

Suncokret

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#3
Ich habe vor, nächsten Monat von Kroatien nach Serbien zu reisen und Anfang November wieder zurück. Bin von daher sehr interessiert, wie die Verhältnisse sich entwickeln. Wenn hier jemand seine Erfahrungen mitteilt, fände ich das gut. Kann aber auch gerne als persönliche Nachricht sein.
 

Suncokret

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#4
Bizarre Zwischenstation auf dem Weg nach Nordeuropa: Rund 500 Flüchtlinge sitzen auf einem christlich-orthodoxen Friedhof im Niemandsland zwischen Serbien und Kroatien fest. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, verwehrt ihnen die kroatische Polizei den Grenzübertritt.

Und: Kroatien reagierte mit einer generellen Einreisesperre für Serben – wobei das EU-Mitgliedland behauptete, «nur» Personenwagen seien an der Einreise gehindert worden, nicht alle Personen mit serbischen Pässen.

Die Grenzstreitigkeiten, die sich an der grossen Zahl aus Serbien einreisender Flüchtlinge entzündet hatten, führten am Donnerstag auch zu einer bedenklichen Eskalation der Rhetorik. So verglich das serbische Aussenministerium die Einreisesperre für seine Staatsbürger mit den Praktiken des faschistischen Ustascha-Regimes in Kroatien während des Zweiten Weltkriegs.
http://www.nzz.ch/international/fluechtlingskrise/krieg-der-worte-an-der-grenze-1.18619217

Mich erinnern diese Spannungen an die Zeit des Krieges, den ich ziemlich hautnah erlebt habe. Und ich weiß von Menschen in der Region, die richtig Angst bekommen.
 

jadran

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#5
na das wird ja immer besser.

langsam werden wir auch mit der ein-und ausreise Probleme bekommen.

jadran
 

claus-juergen

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#6
hallo,

alles in allem macht es sich Serbien aber auch leicht. Völlig unkontrolliert strömen Menschenmassen in das Land und versuchen auf EU-Gebiet, egal ob Ungarn oder jüngst Kroatien zu gelangen. Daß hier die Nachbarländer nicht gut auf diesen Beitrittskandidaten zu sprechen sind, liegt auf der Hand.

Wieso stellt eigentlich keiner der Migranten einen Asylantrag in Serbien? Da wären die doch auch sicher vor dem Krieg in der Heimat. Ach so, da gibt's so gut wie keine Arbeitsmöglichkeiten und bis zur Anerkennung gibt es außer Unterkunft und Verpflegung rein gar nichts. So ist das nun mal...

grüsse

jürgen
 

jadran

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#7
genau Jürgen,

in Deutschland ist die Unterstützung doch viel höher.

gestern wurde mitgeteilt pro Kopf kostet das 670,00 € pro Monat den deutschen Staat.

es gibt ein teil Bürger, die erhalten noch nicht mal den Betrag an Rente im Monat.

jadran
 

Suncokret

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#8
Nur zur Klärung (sorry, hat überhaupt nix mit dem Strangthema zu tun): die 670 Euro sind das, was aus dem Bundeshaushalt finanziert werden soll für eine definierte Zeit bis zur Anerkennung als Flüchtling. Das ist nicht die Summe, die ein Flüchtling bekommt, sondern enthält einen gewichtigen Anteil für Verwaltung, Unterkunft, Gesundheitsversorgung etc.
Wer in D eine kleine Rente bekommt, hat unabhängig davon, ob deutscher oder Bürger mit Aufenthaltserlaubnis, z.B. Anspruch auf Grundsicherung im Alter. Dass viele Klein-Rentnerinnen und -Rentner das nicht nutzen, ist ein anderes Kapitel.

Natürlich stimmt, dass die Sozialleistungen für Flüchtlinge in D im Vergleich zu anderen Ländern deutlich höher sind. Aber das gilt auch für unsere Arbeitseinkommen im Vergleich zu diesen anderen Ländern.
Diese Differenz trägt ja auch hauptsächlich dazu bei, dass so genannte Wirtschaftsflüchtlinge (ich schlage vor, sie zutreffender Armutsflüchtlinge zu nennen) nach D drängen.
 

nihil-est

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#9
Warum beisse ich nicht einfach in die Tatstatur und halte die Klappe??

Wer übrigens ( unwesentlich geschönte ) Zahlen einmal sehen möchte, eine interaktive Graphik präsentiert uns die NZZ, hier: http://www.nzz.ch/international/flu...d-der-fluechtlingskrise-im-ueberblick-ld.2025
Einfach einmal im Browser abspeichern, diese Graphik wird fortlaufend aktualisiert.

An sich - so sehe ich es zumindest - sollte einjede/r erst einmal zum Vokabeltraining. So simple Vokabeln wie DublinIII, Migrant, Flüchtling, Wirtschaftsflüchtling, UNHCR, Schengen, EU usw, usw lernen wie auch das Auseinanderhalten.
Somit die Zuständigkeiten usw, usw.

Es bringt nämlich rein gar nix einfach ne Medienmeldung nachzuplappern XY Flüchtlinge würden sonstwo sein. Es sind zwar sicherlich 500 Leute, gerne auch auf der Flucht, aber per Definition und somit Zuständigkeit eben keine Flüchtlinge.
Überdies ist per Definition tatsächlich ein Migrant etwas ganz anderes wie ein Flüchtling! Das kann und darf man nicht in eenen Topf werfen.

Genau so sinnfrei sind an sich Diskussionen über Einzelstaaten bzw. deren spezielles Verhalten. Simpel weil teils gar nicht an Verträge gebunden und somit, logischer Weise sogar, unterschiedlich handelnd ( aber am gleichen Massstab gemessen ).

Das hier wird sich - erneut - aufschaukeln und unsachlich werden. Hat zur Folge Thema geschlossen.

Ebenso, wollen wir es nicht verhelen, nutzen viele die Fluchtwelle zur persönlichen Bereicherung illegal und wissentlich aus. Das ist, da vorsätzlich begangen, Straftatbestand. Sei es als Betroffener, Schleuser, sonstiger " Mitgewinnler " was auch bis hin zu Firmen gereicht. Begehen Staaten gar Rechtsbeugung da gegen gültiges Recht/Verträge wissentlich verstossend.


Quintessenz: Hier im Forum ist aus meener Sichtweise dies Thema nur eens.....Deplaziert.


Gruss in die Runde
 

jadran

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#10
gestern wurde mitgeteilt, pro Kopf kostet das 670,00 € pro Monat den deutschen Staat.

wo sagte ich, das ein flüchtling 670,00 € bar in die Hand bekommt?

jadran
 

claus-juergen

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#14
hallo Kollegen,

Viktor hat recht. Wir sollten schon in Kroatien bzw. seinen Nachbarn und deren Einfluß auf Kroatien bleiben.

Tatsächlich wird wohl kaum ein Flüchtling einen Asylantrag in Kroatien stellen. Ich kenne das Asylrecht dieses Landes auch gar nicht. Sind die Chancen der Anerkennung höher oder niedriger als in Deutschland? Selbst wenn in Kroatien solch einem Asylantrag stattgegeben würde, was macht der Flüchtling dann im Land? Verdrängt er mit seinem Niedriglohn die Bosnischen Gastarbeiter oder die aus dem Hinterland, die zu Niedriglöhnen auf Baustellen oder in der Tourismuswirtschaft saisonal arbeiten?

Nein, jeder Flüchtling weiß, daß er in Kroatien keinen Blumentopf gewinnen kann. Also ab nach Deutschland, England oder Schweden. Da gibt es Arbeitsmöglichkeiten, in Schweden übrigens enorm schnell legale Arbeit, und bis dahin verhältnismäßig üppige Sozialleistungen.

grüsse

jürgen
 

markh

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#15
Das ist doch nun mal ein ganz normal nachvollziebar. Was bringt es mir denn als Fluechtling wenn ich aus einer Kriegsregion komme, keine Arbeit mehr habe, keine Bildungsmoeglichkeiten fuer meine Kinder habe, in Ungarn, wo nicht erwuenscht, sogar gehasst, oder Kroatien mit prikaerer Arbeitssituation, Asyl zu beantragen. Sorry aber da muss man ja morgens mit dem Hammer gekaemmt worden sein um dort Asyl zu beantragen.

Thema ueppige Sozialleistungen in Schweden. Dort gibt es genau soviel wie der Fluechtling nun mal braucht. Zur Erinnerung, die Lebenshaltungskosten sind dort auch um einiges hoeher als in Deutschland.

Jeder darf sich mal selber Fragen, wenn er denn fluechten muesste, was er machen wuerde, welches Land er waehlen wuerde. Dadurch sieht man die Situation mal mit den Augen eines Fluechtlings.

Gruss in die Runde

Mark
 

claus-juergen

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#16
Das ist doch nun mal ein ganz normal nachvollziebar. Was bringt es mir denn als Fluechtling wenn ich aus einer Kriegsregion komme, keine Arbeit mehr habe, keine Bildungsmoeglichkeiten fuer meine Kinder habe, in Ungarn, wo nicht erwuenscht, sogar gehasst, oder Kroatien mit prikaerer Arbeitssituation, Asyl zu beantragen. Sorry aber da muss man ja morgens mit dem Hammer gekaemmt worden sein um dort Asyl zu beantragen...
hallo markh,

es geht hier um das Asylrecht! und nicht um das Recht des höchsten Einkommens.

Dieses gilt in Kroatien genauso wie in Deutschland, weil es ein Menschenrecht gemäß der UN-Charta ist. Wenn es alleine um das Pro-Kopf-Einkommen ginge, müssten streng genommen die Asylbewerber aus Syrien oder dem Irak bei deren Nachbarn in Saudi-Arabien, Kuweit, Katar (die suchen ständig billigste Arbeitskräfte für Stadionbauten wobei es denen auf ein paar Ausfälle nicht ankommt) oder den Vereinigten Arabischen Emiraten Asyl beantragen. Der Weg dahin ist viel kürzer und weniger gefährlich als zu uns nach Mitteleuropa. Hier sind die wirtschaftlichen Aussichten doch erheblich höher als hierzulande. Sprachprobleme oder unterschiedliche kulturelle Eigenschaften bezüglich der Religion fallen weg.

Nun frage ich mich jedoch, wie viele Asylbewerber denn diese Staaten aus ihren vom Krieg gezeichneten Nachbarstaaten aufgenommen haben? Die Antwort kannst du selbst im WWW finden...

Traurig aber wahr. Die reichen Ölstaaten scheren sich einen Dreck um ihre armen Nachbarn. Asylrecht kennen nur arme Länder wie Jordanien oder der Libanon und die Türkei.

Dies nur mal so zum Nachdenken. Jetzt aber wieder zurück zum Thema....

grüsse

jürgen[/QUOTE]
 

markh

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In der Naehe von Stavanger/Norwegen
#17
hallo markh,

es geht hier um das Asylrecht! und nicht um das Recht des höchsten Einkommens.


Traurig aber wahr. Die reichen Ölstaaten scheren sich einen Dreck um ihre armen Nachbarn. Asylrecht kennen nur arme Länder wie Jordanien oder der Libanon und die Türkei.



grüsse

jürgen
[/QUOTE]

Hallo Juergen,

sicher sprechen wir von Asylrecht, aber auch von Menschenrechte. Ich sehe aber zur Zeit weder das Asylsuchende in Griechenland, Ungarn, oder Italien eine den Menschenrechte entsprechende Unterbringung erfahren. Geschweigedenn das man versucht diese Menschen in die Gesllschaft wirklich einzubinden.

Ich persoenlich bin der Meinung, da das ein gesammteuropaeisches Problem ist, das die EU, was sie ja auch nun vor hat, entsprechende Erstanlaufstellen an den Grenzen errichtet, um die Stroeme etwas besser zu verteilen. Aber dann auch in Unterkuenfte die Menschenwuerdig sind mit perspektiven fuer die Menschen. Ansonsten stellen wir schon jetzt die Weichen fuer spaehtere massive Probleme.

Zum Thema Oelstaaten. Ich glaube du schaetzt die Syrer ein wenig falsch ein. Natuerlich ist Syrien islamisch gepraegt. Sie sind aber im Grossteil nicht fundamentalistisch. Das heisst sie leben nicht nach der Scharia. Die Oelstaaten praktizieren diese aber gerne noch. Ich wollt dort nicht als Fluechtling leben und die meisten Syrer auch nicht.

Auch gibt es einen unterschied im Glauben. Syrer sind in der Hauptsache Sunniten, waehrend z.B. in Saudi Arabien es in der Hauptsache der hanbalitische Islam ist. Schweres Thema und passt wirklich nicht in den Tread. Aber.
Um es mal verstaendlich zu schreiben. Da sind "leichtglaeubige", im Sinne von nicht Strengglaeubig, Katoliken auf der Flucht die bei Mormonen mit deren Weltanschauung unterschlupf suchen sollen.

Gruss Mark
 

Suncokret

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#19
Leider nur google-Übersetzung, wer Bosnisch-Kroatisch-Serbisch kann, mag es im Original lesen:
http://www.autonomija.info/inicjati...ije-i-hrvatske-ne-igrajte-se-devedesetih.html

Youth Initiative für Menschenrechte - Kroatien
Youth Initiative für Menschenrechte - Serbien

"(...) Noch nicht zu spät, um die Zusammenarbeit statt Konflikt zu wählen. Daher laden wir Sie das Spielen der neunziger Jahre zu stoppen. Ich erinnere mich sehr gut, wie wir teuer - im Leben, Eigentum und der Unsicherheit - bezahlt der neunziger Jahre Konflikte, und wir wissen, natürlich viel besser als Sie, also ist es kein Spiel.

Wir laden Sie ein und bitten Sie um ihre Bürger, die Zusammenarbeit zu hören. Seit Jahrzehnten investieren wir große Anstrengungen im Umgang mit der Vergangenheit, Friedenskonsolidierung und die Reparatur der Schäden, die unverantwortliche Politik des Konflikts in den Neunziger Jahren verursacht. Sie wenden diese Prozesse Schaden, anstatt für sie in jeder Situation Sets.

Wir laden Sie ein und bitten Sie, die Grenze zu öffnen und wählen Sie eine freundliche und kooperative diplomatischen Mitteln anstatt Erpressung gegenseitig und schädlich und gefährlich politische Lösungen durchzuführen.

Es gibt eine richtige Art und Weise der Antwort auf eine gemeinsame Herausforderung, und er ist das genaue Gegenteil davon jetzt durchzuführen. Stoppen Sie die Wiedergabe der neunziger Jahre zu diskutieren, zusammenarbeiten und lasst uns in Frieden und Zusammenarbeit zu leben. Es ist nicht eine Frage der Wahl. Es ist eine Frage Ihrer Verpflichtungen."
 

claus-juergen

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#20
... Ich glaube du schaetzt die Syrer ein wenig falsch ein. Natuerlich ist Syrien islamisch gepraegt. Sie sind aber im Grossteil nicht fundamentalistisch. Das heisst sie leben nicht nach der Scharia. Die Oelstaaten praktizieren diese aber gerne noch. Ich wollt dort nicht als Fluechtling leben und die meisten Syrer auch nicht.

Auch gibt es einen unterschied im Glauben. Syrer sind in der Hauptsache Sunniten, waehrend z.B. in Saudi Arabien es in der Hauptsache der hanbalitische Islam ist. Schweres Thema und passt wirklich nicht in den Tread. Aber.
Um es mal verstaendlich zu schreiben. Da sind "leichtglaeubige", im Sinne von nicht Strengglaeubig, Katoliken auf der Flucht die bei Mormonen mit deren Weltanschauung unterschlupf suchen sollen...[/QUOTE]




hallo markh,

leider bist du nun ein Stück vom Thema abgekommen. Sei mir bitte nicht böse, aber manche Dinge die du hier schreibst, sind Halbwissen.

In Saudi-Arabien herrscht staatlicherseits der Wahabismus vor (nix "hanbalitische Islam"). Was das ist erklärt dir am besten Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wahhabiten

Ließ dort mal den Abschnitt "Bündnis mit der Familie Saud". Folgende Kennzeichen dieser Richtung des Sunnitentums sind laut Wikipedia:

  • Verbot des Autofahrens für Frauen
  • Verbot für Frauen, sich in der Öffentlichkeit mit fremden Männern zu zeigen
  • Öffentliche Scharia-Strafen wie Hinrichtungen und Auspeitschungen
  • Verbot der freien Religionsausübung
  • Lange Zeit waren uneingeschränkt Musik und Fernsehen verboten."
Erzähl mir bloß nicht, daß die dort wohnenden Frauen gar nicht Auto fahren wollen. Das Land mit seinen 3000 Prinzen ist nichts anderes als eine Militär- und Religionsdiktatur und unterscheidet sich diesbezüglich kaum von Nordkorea oder Kuba. Fernsehen gibt es da im übrigen seit 1972. Da hat der oberste Rat der Religionswächter dies erlaubt.

Auch ist es völlig falsch, die Golfanreinerstaaten wie VAR, Kuweit, Katar oder Bahrein mit Saudi-Arabien religiös gesehen in einen Topf zu werfen. Flieg doch mal nach Dubai und vergleiche das dortige öffentliche Leben mit Saudi-Arabien. Ich war zwar bisher noch nicht in beiden Staaten, kenne jedoch so wie du sicherlich viele Menschen, die in den VAR schon ihren Urlaub verbracht haben. In Saudi-Arabien herrscht ein ganz anderes Klima im öffentlichen Bereich.

In den Emiraten gibt es die strenge Auslegung der Scharia im übrigen nicht. Diese wird mit Abweichungen in Saudi-Arabien und im Sudan angewandt.

Auch zu den Religionszugehörigkeiten in Syrien kann dir Wikipedia was sagen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Syrien#Religion

Demnach sind 74 Prozent der Bevölkerung Muslime. Dazu zählen auch die 12 Prozent Alawiten (ein solcher ist der Noch-Diktator Assad), die sich weder als Christen noch Muslime sehen. Auch von den Muslimen werden diese nicht als Muslime angesehen. Ziehst du diese 12 Prozent ab, dann verbleiben gerade mal 2/3 Muslime. Somit kann man bei Syrien doch nicht unbedingt von einem rein islamischen Staat sprechen.

Was du mit "leichtgläubige" und "streng gläubige" meinst, entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist, daß es auch im Christentum Minderheiten gibt, die extrem von der lutherischen wie auch der katholischen oder orthodoxen Meinung abweichen.

Um aber zumindest mit ein paar Sätzen wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen. Asylrecht bedeutet nun mal nicht die Wahl der höchsten Pro-Kopf-Einkommens auf der Welt. In diesem Fall würde ich vielleicht in Liechtenstein, im Sultanat Brunei oder einem Golfstaat Asyl beantragen. Im Vergleich zu diesen Staaten ist mein sicherlich ausreichendes Einkommen gar nichts.

Meiner Meinung nach kann es in einem Vereinten Europa nicht sein, daß ein Asylbewerber sich aus den 28 Mitgliedsstaaten denjenigen raussucht, wo die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten am günstigsten sind. Da bleibt doch keiner in Kroatien. Wenn wir eine Wertegemeinschaft sind, dann darf auch Kroatien kein Mitglied zweiter Wahl sein.

Eine Quotenregelung nach welchen Kriterien auch immer ist hier nötig. Die vor ein paar Tagen beschlossene Vereinbarung ist doch heute schon wieder Makulatur, weil so mancher Osteuropäer schreit "Was geht mich das Geschwätz von Brüssel an" und Angies Willkommenkultur Wasser auf die Mühlen von Viktor Orban und seinen ausländischen Gesinnungsgenossen ist. Soll das große Deutschland doch alleine mit dem Problem fertigwerden. So denkt man auch in Kroatien...

grüsse

jürgen




 
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