Kroatien will im Juli 2015 Antrag auf den Schengen-Beitritt stellen

Mick

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#1
Zagreb (APA) - Kroatien will im Juli 2015, zwei Jahre nach dem EU-Beitritt, den Antrag für die Aufnahme in den grenzkontrollfreien Schengen-Raum stellen. Premier Zoran Milanovic bezeichnete den Schengen-Beitritt am Donnerstag als eine der wichtigsten Aufgaben der Regierung. Kroatien sei bereit dafür. Milanovic rechnet damit, dass der Beitritt sechs Monate nach Übergabe des Antrags erfolgen wird.

Kroatien stehen laut der kroatischen Nachrichtenagentur Hina 120 Millionen Euro für die Schengenvorbereitungen zur Verfügung. Das gemeinsame europäische Grenzsystem Schengen ermöglicht Reisefreiheit ohne Grenzkontrollen. Mitglieder des Schengen-Raums sind 26 europäische Länder - 22 der 28 EU-Staaten und die EFTA-Länder Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz.

Quelle: http://www.tt.com/home/8397845-91/k...-antrag-auf-den-schengen-beitritt-stellen.csp
 

claus-juergen

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#2
hallo Mick,

das ist für uns Urlauber die wichtigste Nachricht. EU-Beitritt ist ja schön und gut aber endlich keinen Stau mehr an der Grenze zu Slowenien ist ein schöner Beginn und ein angenehmes Ende eines jeden Kroatien-Urlaubs. Diese vielen Staus in der Hochsaison sind sicherlich auch daran schuld, daß bis dato so mancher Kroatien als Urlaubsland gemieden hat.

grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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#4
hallo,

der Beitritt Kroatiens zum Schengen-Raum wird aus meiner Sicht immer unwahrscheinlicher. Gestern trafen sich die EU Innenminister in Amsterdam. Nun spricht man erstmals über ein Mini-Schengen.

"Die Ankündigung der Konsequenzen, wenn dieser Einfluss keine Wirkung zeigt, überlässt de Maizière der Innenministerin Österreichs. Es sei an der Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen, sagt Johanna Mikl-Leitner. „Die Schengen-Außengrenzen werden sich nach Mitteleuropa bewegen“, wenn es nicht gelinge, die türkisch-griechische Grenze zu schützen. Auch der schwedische Innenminister Anders Ygeman bringt diese Möglichkeit ins Spiel: „Wenn ein Land seine Pflichten nicht erfüllt, müssen wir seine Verbindungen zum Schengen-Raum begrenzen.“ Von einem „Mini-Schengen“ hatte der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem schon Ende November gesprochen. Die Idee: Deutschland, Schweden, Österreich, Finnland und die Benelux-Staaten bilden einen eigenen Raum mit sicheren Grenzen innerhalb der EU – eine umgekehrte Koalition der Willigen."

Der slowenische Innenminister will Grenzschützer bereits in Mazedonien also einem Nicht-Mitglied der EU einsetzten.

http://www.faz.net/aktuell/politik/...enland-alle-haengen-an-schengen-14033858.html

Es ist deshalb durchaus zu befürchten, daß Schengen so wie auch die Dublin-Abkommen im Laufe dieses Jahres Makulatur werden. Das bedeutet für uns dauerhaft verschäfte Grenzkontrollen von Slowenien nach Kroatien und logischerweise längere Staus. Mal sehen, ob auch bald Kontrollen an der italienisch-österreichischen oder slowenisch-österreichischen Grenze eingerichtet werden. Die deutschen Kontrollen an den wichtigsten Übergängen nach Austria sind im Sommer eh noch Bestandteil unserer sogenannten "Grenzsicherung".

Kroatiens Beitritt zu einem Schengen-Raum der dann gar nicht mehr existiert ist dann das Papier nicht wert.

grüsse

jürgen
 

teleskopix

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#5
Kroatien und Schengen wird imho erst wieder ein Thema, wenn die Flüchtlingszahlen wieder auf einem Niveau wie im Jahre 2012 sind und bleiben.
 

claus-juergen

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#6
Kroatien und Schengen wird imho erst wieder ein Thema, wenn die Flüchtlingszahlen wieder auf einem Niveau wie im Jahre 2012 sind und bleiben.
hallo Martin,

das ist richtig. Nur befürchte ich, daß die Flüchtlingszahlen noch sehr lange so hoch bleiben, weil die Menschen ja nicht nur aus Kriegsgebieten sondern aus sehr vielen verschiedenen Ländern zu uns kommen. Jeder, der es hierher geschafft hat ist Vorbild für alle anderen, die zuhause auf gepackten Koffern sitzen. Somit ist es durchaus denkbar, daß der Ansturm noch jahrelang anhält wenn nicht die Politiker sich was einfallen lassen...

grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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#8
hallo,

ich befürchte, daß es nun mit dem Schengen-Beitritt Kroatiens so schnell nichts wird. Folglich bleiben uns die kilometerlangen Staus an den Grenzen erhalten bzw. werden aufgrund der steigenden Touristenzahlen noch viel länger. Anscheinend hat sich Kroatien in letzter Zeit zur Drehscheibe für Migranten auf der Balkanroute entwickelt. Bayerns Innenminister Herrmann fordert nun eine Frontex-Mission in Slowenien an der Grenze zu Kroatien. Frontex ist eine Art "europäischer Grenzpolizei".

http://www.faz.net/aktuell/politik/...rt-frontex-mission-in-slowenien-15680435.html

grüsse

jürgen
 

dalmatiner

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#9
Die Kontrollen an der Kroatischen-Slowenischen Grenzen sind sehr genau, wie ich des öfteren im Jahr erlebe.Es würde doch reichen, wenn Frontex die Grenzen von Kroatien zu den anderen nicht EU Staaten kontrollieren würde.Ich habe in der letzten Zeit öfters gelesen, das die Polizei Flüchtlinge aufgegriffen hat die über Flüsse eingereist sind,wo man es nie vermutet hätte, auch Schleuser wurden letzte Woche in Istrien festgenommen. Gruß Traudl
 

claus-juergen

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#10
...Es würde doch reichen, wenn Frontex die Grenzen von Kroatien zu den anderen nicht EU Staaten kontrollieren würde.Ich habe in der letzten Zeit öfters gelesen, das die Polizei Flüchtlinge aufgegriffen hat die über Flüsse eingereist sind,wo man es nie vermutet hätte, auch Schleuser wurden letzte Woche in Istrien festgenommen. Gruß Traudl
hallo Traudl,

Frontex wird hauptsächlich von den Schengen Mitgliedsstaaten bezahlt und daran hapert es. Der Einsatz kostet eine Menge Geld und daran fehlt es auch in Kroatien.

"Das Frontex-Budget setzt sich aus Beiträgen der Schengen-Mitgliedstaaten sowie in einzelnen Jahren Beiträgen Norwegens, Islands, Irlands und dem Vereinigten Königreich zusammen. 2005 verfügte die Agentur über 6,2 Millionen Euro, 2006 über 19,2 Millionen Euro, 2007 über 22,2 Millionen Euro und 2008 über 70 Millionen Euro zuzüglich eines Reserve-Budgets von 13 Millionen Euro.[28] Für 2009 bis 2011 liegt das Budget jährlich bei ca. 88 Millionen Euro.[29]

Frontex verfügte um 2009 zur Erfüllung ihrer Aufgaben über 20 Flugzeuge, 25 Hubschrauber und 100 Boote.[30]"

(aus Wikipedia)

Kroatien muß seine Hausaufgaben machen und mit eigenen Mitteln und Resourcen die Außengrenzen schützen. Erst dann kann der Beitritt zum Schengenraum erfolgen und erst dann kann Frotex ggfs. unterstüzen.

grüsse

jürgen
 

dalmatiner

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#11
Hallo Jürgen, wie soll so ein kleines Land mit so langen Grenzen das schaffen und dann auch noch die ganze Küste, das ist unmöglich ohne Hilfe.Wir könnten ja unsere Kontrollen in Deutschland dann sein lassen und Kroatien im Schengenraum aufnehmen.Gruß Traudl
 

claus-juergen

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#12
Hallo Jürgen, wie soll so ein kleines Land mit so langen Grenzen das schaffen und dann auch noch die ganze Küste, das ist unmöglich ohne Hilfe.Wir könnten ja unsere Kontrollen in Deutschland dann sein lassen und Kroatien im Schengenraum aufnehmen.Gruß Traudl
hallo Traudl,

natürlich zahlt Brüssel zum Grenzschutz dazu - aber nicht alles.

Auf dieser Karte kannst du erkennen, daß auch kleine Länder wie Zypern und Malta Schengen Mitgliedsstaaten sind. Die haben es auch irgendwie geschafft. Von Pleite-Griechenland will ich erst gar nicht reden. Gerade Griechenland hat eine enorme Küstenlänge und viele Inseln, die zu überwachen sind.



grüsse

jürgen
 

Marius

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#13
Juergen, die Außengrenzen einer EU, also einer UNION, gehen alle Mitgliedsstaaten an, also sollten sich auch alle daran beteiligen, schließlich profitieren ja auch alle davon, oder etwa nicht?

Wie dieser Grenzsschutz im Detail aussehen soll, das waere halt noch zu klaeren, ganz sicher bin ich mir aber, dass vernuenftige Menschen Fluechtlinge nicht an den EU-Außengrenzen erschießen, in Konzentrationslagern sammeln oder ersaufen lassen wollen.
 

claus-juergen

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#14
hallo Marius,

wir sprechen hier über den möglichen Schengen-Beitritt Kroatiens. Den sehnen wir hier im Forum alle sehnlichst herbei. Woran liegt es deiner Meinung nach, daß der wohl Jahre nach dem Beitritt zur EU und auch zur NATO immer noch nicht absehbar ist? Du bist doch ein Kenner des Landes. Meinst du wirklich, daß es nur am Geiz von Brüssel liegt oder hat hier nicht Kroatien selbst eine Bringschuld?

Kann es vielleicht auch damit zusammenhängen, daß hunderttausende ethnische Kroatien, die in der Herzegowina wohnen, einen kroatischen Paß haben und diese Grenze zu BiH bewußt nicht streng überwacht wird was natürlich in letzter Zeit zunehmend von Schlepperbanden ausgenutzt wird? ;)

Ich glaube, daß die jedes Jahr länger werdenden Staus im Sommer an den Grenzen eine immer höhere Zahl von Touristen abschreckt. Das kann doch nicht im Sinne der kroatischen Tourismusindustrie sein. Ist das Land doch von deren Einnahmen abhängig. Sonst gibt es doch nur wenig wo Arbeitsplätze geschaffen, Geld verdient und damit auch Steuern erwirtschaftet werden.

grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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#16
Zu deiner Frage bzgl. BiH: nein, das glaube ich nicht.
hallo Marius,

meinst du also, daß Kroatien in der Lage und auch willens ist, die Außengrenzen der EU, hier also zu Serbien, Montenegro und BiH zu schützen, wie es Brüssel fordert? Warum kommt dann der Schengen-Beitritt nicht und warum ist auch kein Datum aus der Presse zu entnehmen?

grüsse

jürgen
 

Marius

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#17
Weil sich die Binnenstaaten (darunter auch Deutschland) weigern, einen fairen Beitrag zu leisten, sondern die Kosten auf die Schengen-Außengrenzstaaten abwaelzen wollen.
Damit meine ich die echten Aufwaende und Kosten und nicht irgendwelche Pseudo-Foerderungen.
 

Aetz

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#18

nihil-est

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#20
Neuerlich wurde als Schengenbeitritt der Termin 2020 genannt.

Zitat Artikel: Plenkovic erklärte, Ziel sei eine Mitgliedschaft seines Landes im Schengen-Raum bis zur kroatischen EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2020.

Ganzer Artikel: http://www.dtoday.de/startseite/pol...herung-von-EU-Aussengrenzen-_arid,622427.html

Ob dieser Termin allerdings zu halten ist, das wird sich erst noch zeigen müssen. Bedenken wir zudem, 2019 ist ja auch noch Europawahl.

Gruss in die Runde


Gerd
 
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