Mindestlohn in Kroatien/Europa

jadran

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#3
nur die Griechen werden diese Schulden nie zahlen. Unseren Politikern ist das schon klar. Jetzt muss das nur noch den Bürgern auf verschieden undurchsichtige Wege verständlich gemacht werden, denn diese müssen die Schulden bezahlen.

Jadran
 

burki

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#4
Hallo Jadran

Ich wollte ja keine Bezüge zu Griechenland darstellen (dabei dreht es sich ja im Hauptartikel), mir geht es um die Darstellung wo sich Kroatien mit dem gesetzlichen Mindesteinkommen einordnet.

Interessant scheint mir das zu sein, wenn jemand eine Haushälterin für die Urlaubssaison einstellt, wie ich das in einigen Fällen kenne.
Meist werden jedoch zum Bettenwechsel nur Stundenweise Kräfte geordert.

burki
 

Marius

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#5
Das Gehalt in Griechenland stieg von 2004-2008 vergleichbar wie in allen anderen Ländern, nach 2008 fiel das Durchschnittsgehalt vergleichsweise überdurchschnittlich stark, das weist nicht unbedingt auf Verschwendung hin, eher im Gegenteil.
Was Kroatien angeht, wunderte ich mich etwas über den genannten Mindestlohn, denn der liegt in Kroatien deutlich unter dem angegebenen Wert, doch dann sah ich das Wörtchen "kaufkraftbereinigt", naja ok, damit werden solche Zahlenangaben natürlich wieder stark relativiert.
 

nihil-est

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#6
Mindestlohn ist Quatsch.

Jede/r muss doch verstehen das nur noch mehr Jobs nach China, Bangladesh oder Weissrussland abwandern werden. Das bei deren Sozialstandards wohlbemerkt.
In solchen Staaten bekommt die Industrie nen Techniker oder auch Dr. zum Preis eines Handlangers hier.

Die Auswüchse des Mindestlohns sehen wir doch längst - Jobs auf Abruf. Mal 1 Stunde täglich, mal 5 Stunden wöchentlich....aber das auf Abruf binnen Minuten bitte schön. Wer will schon solche Jobs ( bei Mindestlohn? ). In beispielsweise GB ist das schon so.

Mindestlohn, herjeh. Darauf kommen ja noch alle Sozialabgaben des Arbeitgebers. In Rechnung gestellt gar die Märchensteuer. Vom Gewinn gar nicht zu reden.

OK, bleiben wir in Kroatien. Fast alle Werften erhalten noch Subventionen. Bei Mindestlohn etc sind die ruckzuck platt. Dann werden die Schiffe eben in Asien gebaut.
OK, nochmals Kroatien, Textilindustrie. Beileibe werden da keine Spitzenlöhne gezahlt. Auch nicht wenn top-Qualität unter tollen Markennamen produziert werden. Die Jobs sind dann auch futsch, gen Türkei oder eben auch Asien.

Touristik. Noch so ein Wirtschaftsfaktor. Egal ob Spanien, Griechenland oder Italien - in der Touristik arbeiten viele Saisonkräfte. Nicht minder der Agrarindustrie ( letzteres kennt man ja auch in D ).
Der Mindestlohn ist nix weiter wie ein Verdrängungswettbewerb von heimischen Arbeitsplätzen an Sonstige. Nennt man anglophon " Social-dumping ". Fördert zudem die Schwarzarbeit.

Wer auch immer den Arbeitsmarkt nur genug ruinieren will, der führt diesen eben ein.

Was wohl passiert??? Kann ich sagen. Unsere lokale S?D-Bundestagsabgeordnete in Berlin zeigte " Weitsicht ". Forderte politisch den Mindestlohn...und machte gleichzeitig ihren Taxibetrieb platt ( der sich nicht mehr rechnen würde ).
So geht das.


Nur so am Rande, nebenbei
 

Suncokret

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#7
Was Kroatien angeht, wunderte ich mich etwas über den genannten Mindestlohn, denn der liegt in Kroatien deutlich unter dem angegebenen Wert, doch dann sah ich das Wörtchen "kaufkraftbereinigt", naja ok, damit werden solche Zahlenangaben natürlich wieder stark relativiert.
Was soll dieses "kaufkraftbereinigt" bedeuten? Dass die kroatischen Mindestlohnbezieher sich für ihren (niedrigeren) Mindestlohn mehr kaufen können? Das kann ich mir schwer vorstellen...
 

burki

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#10
B

bruce

Guest
#11
Soviel Quatsch auf einem Haufen hab ich selten gelesen, nur so am Rande....;"Nomen est omen"

bei uns werden die Kollektivverträge (Mindestlöhne) als zum Großteil und in fast jeden Branchen als Norm geführt, diese sind ja auch die Voraussetzung, dass "Mann/Frau überleben kann.
Europaweit wären alle politisch Verantwortlichen nicht drum herumkommen diese über kurz oder lang den Gegebenheiten der einzelnen Staaten anzupassen....

Unternehmen und Konzerne gehören einfach mehr in die Pflicht genommen, dort sollte man ansetzen!

Habe die Ehre!
 

Marius

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#12
Der Mindestlohn schützt eigentlich ehrbare Unternehmer, die ihren Leuten ein faires Gehalt zahlen vor konkurrierenden, skrupellosen Unternehmern, die ihren Arbeitern einen Schandlohn zahlen.
So würde ich das sehen, Nihilist!
 

nihil-est

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#14
Für alle Interessierten, hier einmal die graph. Darstellung bezüglich Mindestlöhnen. Quelle ist eine DGB-nahe.
Link: http://www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_43610.htm

Schön auch, es gibt weitere Links zum Thema.
Für Kroatien ist dortig angegeben: 2,29€/Std. Andere europ. Staaten haben weniger, im Extrem keine.

Zum Thema der Kaufkraftbereinigung ein Auzug vom DGB ( Anm.: Es heisst an sich Kaufkraftparität ):
Die südeuropäischen EU-Staaten haben Lohnuntergrenzen zwischen knapp drei Euro in Portugal und 4,06 Euro auf Malta. Etwas darüber liegt mit 4,53 Euro Slowenien. In Kroatien müssen aktuell mindestens 2,29 Euro gezahlt werden. Die anderen mittel- und osteuropäischen Staaten haben niedrigere Mindestlöhne. Allerdings holten mehrere davon in den vergangenen Jahren auf. So liegt der polnische Mindestlohn bei 2,21 Euro pro Stunde. Rumänien hat die Lohnuntergrenze am 1. Juli auf 1,06 Euro erhöht. Zudem spiegeln die Niveauunterschiede zum Teil auch unterschiedliche Lebenshaltungskosten wider. Legt man Kaufkraftparitäten zugrunde, reduziert sich das Verhältnis zwischen dem niedrigsten und dem höchsten gesetzlichen Mindestlohn in der EU von 1:12 auf etwa 1:6.

Weitere Erklärung.
Früher, siehe mein Kommentar zuvor, hatten entwickelte Staaten schon immer eigene ges. Regelungen der Ausbeutung vorzubeugen. Vor Einführung Mindestlohn war ein Stundenlohn ( gilt für beispielsweise Italien noch immer ) von nur 1 Cent pro Stunde gegen Nationalrecht.

Da es keine sinnvolle Regelung von Besteuerung von Automatisation gibt ( meint ein Roboter kostet keine Sozialabgaben ) ersetzt ganz klassisch der Automat den Kostenfaktor Mensch ab einem gewissen kalkulatorischen Faktor. OK, ein auch Systemfehler. Das war früher nicht anders - die Dame vom Amt welche Telephonate manuell per Kabelumstöpselung vermittelte gegen einen Computer. Nicht anders die Damen in der Fabrik welche früher zu hunderten Backpulver abgewogen haben, macht heute viel schneller und genauer sowie hygienischer ein Automat.
Heute kosten 10 Packerl Backpulver 39 Eurocent. Würde das Backpulver noch immer von fleissigen Damen eingewogen und verpackt - wir wären bei locker 10€! Hat zur Folge die Gegenrechnung: Was würden die Damen verdienen bei Endpreis 39 Eurocent? Hier schliesst sich der Kreis, 1 Cent pro Stunde.....und auch nur falls der Papierpreis der Verpackung nicht steigt!!!!


Bedeutung des Mindestlohns für Kroatien.
Ich nehme die fleissigen kroatischen Näherinnen welche für kaum mehr als Mindestlohn für ein bekanntes Modelabel ( B?ss ) nähen. Also da zahlt man hier schnell +200€ für das Bekleidungsteil wohlbemerkt.
Würde auch Kroatien einen Mindestlohn von 8,50€/Std einführen.....die Fabrik wäre dicht. Brauchbare Maschinen gen Türkei, Bangladesh oder wo auch immer verschifft und neu aufgebaut. Im Laden würde das Bekleidungsteil natürlich immer noch 200€ kosten.
Genau dafür haben die Grosskopferten auch eine Vokabel erschaffen: " Globale Arbeitsteilung "

Die neue kroatische " Oberindianerin " ( das ist eine Spitze welche vor allem Udo Lindenberg Fans verstehen ) hat Kroatien einen Wohlstandsplatz in den Top 10 versprochen.
Pardon! Das ist Nonsens.
Wie viele andere europ. Staaten ( was ungleich der EU-Mitgliedschaft ist ) wird dies sicherlich niemand der dies hier aktuell lesen kann erleben zu Lebzeiten.

Fazit: Ein Mindestlohn ist definitiv kein Allheilmittel solange ausreichende Alternativangebote schlichtweg nicht vorhanden sind.


Gruss in die Runde
Gruss auch an @Marius
 

Marius

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#15

Marius

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#16
Und dann noch das Argument, man könne in Kroatien ja keine € 8,50 als Mindestlohn einführen als Argument gegen den Mindestlohn an sich.
Wie kommst du auf diese völlig absurde Idee, jemand würde € 8,50 als Mindestlohn in Kroatien verlangen?
Also manchmal - in Diskussionen mit dir - frage ich mich schon, ob du das alles wirklich ernst meinst, oder ob du mich mit so einem ausgemachten Unsinn nicht vielleicht nur provozieren willst.
 

claus-juergen

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#17
hallo Marius,

Gerd hat gepostet:

"In Kroatien müssen aktuell mindestens 2,29 Euro gezahlt werden."

Das ist doch durchaus denkbar. Kannst du diese Zahl nicht bestätigen? Mit seiner Einschätzung, daß in Kroatien generell nicht so höhe Löhne wie in Deutschland gezahlt werden können, hat er doch recht. Da würde bei wesentlich höheren Löhnen jede Firma sofort pleite gehen.

eben noch in der Süddeutschen Zeitung gefunden:

http://www.sueddeutsche.de/geld/ver...mindestlohn-liegt-nur-im-mittelfeld-1.2373837

grüsse

jürgen
 
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claus-juergen

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#20
Traurig ist doch, dass auch vom Mindestlohn Niemand wirklich gut
leben kann. Auch nicht in Deutschand.
hallo Krista,

das kommt drauf an. Nimm mal die 8,50 € in Deutschland. Das ergibt bei 40 Wochenstunden brutto knapp 1500 € pro Monat. Wenn man da nicht gerade in einem teuren Ballungsraum wie München lebt, bleiben da immerhin mehr als 1000 € netto vom Gehalt. Ob dieses Gehalt ausreicht, hängt nicht nur von den Grundbedürfnissen sondern auch von den persönlichen Konsumgewohnheiten ab.

Millionen vorwiegend weibliche oder ungelernte Angestellte in Deutschland müssen und können mit diesem Gehalt leben, wohingegen auch sehr viele nicht damit auskommen. Ich kenne auch einige Mitbürger, denen ein wesentlich höheres Gehalt nicht ausreicht. Aus meiner Sicht ist dies jedoch persönlich durch permanent zu hohe Ausgaben bedingt.

grüsse

jürgen
 
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