Altenpflege in Kroatien

Suncokret

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Schon Anfang der 1970er Jahre hatten wir viele jugoslawische Pflegekräfte in Deutschland. Ich erinnere mich sehr genau daran, weil ich damals meine ersten Serbokroatisch-Lektionen nahm, um einer von ihnen etwas zu imponieren ; -)
Medizin- und Pflege"tourismus" ist ein wesentlich jüngeres Phänomen und hat auch wesentlich damit zu tun, dass medizinische Leistungen bei uns zunehmend rationiert wurden.
 
U

Ursie

Guest
Hallo @AlterNeuer ,
rückbez. #67, Grundsatzdiskussion

Verdrängungswettbewerb, eine unschöne Vokabel.

Doch, auch dafür bedarf es nicht unbedingt Kroatien. Ich als freiwillig Versicherter in einer KK muss auch ellenlang auf nen Arzttermin warten. Privatversichert hätte ich das Problem eher nicht. Ich wechsel ( " Verdränge im Wettbewerb " ) also nicht KK durch PKV.

Situation D, Pflege schafft zigtausende neue Stellen welche trotz aktueller Arbeitsmarktdaten nicht bedient werden können. Andersrum, Pflege ist Boombranche für Firmenneugründungen.
Kroatien, Arbeitsmarktdaten sind deutlichst negativer. So dortig ein Wille ist, auch wegen Nachfrage aus D/A/CH, durch Neugründungen dem zu entsprechen - so gibt es an sich keenen Verdrängunswettbewerb bis zur Marktübersättigung. Temporäre Spitzen ausgenommen.

Nun, ist auch een bisserl Mentalitätsfrage. Führ wieder das rheinische Grundgesetz auf. Preussische Rheinprovinz in der eigenen Denke. Ein kroatischer Anbieter ( mit bislang kroatischen Kundenstamm ), dem verdrängt sich mein Schlag Mensch niemanden solange z.B. dortig nicht die Sprache die meene ist. ** Diesen Satz soll bitte niemand in den falschen Hals bekommen **
Ich hier versteh ja Fachdeutsch auch nicht wenn´s Amt was von mir will. Nur um dies auch zu aufzuführen.
Um so schlimmer, stell ich mir so vor, im Pflegefall ( Ursprungsthema ). Weder ich - noch evtl. mein Angehöriger - können een Zipperlein auf Suaheli ( Swaheli ), kroatisch oder eben urbayovarisch ausreichend treffend benennen. Kann ich nur auf Platt. Deutsch zur Not. Das war´s. Gar meine anderen durchaus ausgeprägten Sprachkenntnisse in 3 Fremdsprachen gereichen nicht " Da han ich Ping unger de Buchs hingen" ausreichend treffend zu umschreiben. Eine zugereiste Pflegekraft aus Friesland, Sachsen oder Schwaben würd da ja auch blöde aus der Wäsche schaun ( sacht man hier so ) hier im örtlichen Pflegeheim.

OFF TOPIC: Firmeninhaber sprach mich Ende April an. " Deeeeesch issssss mayiiii Geld ".....ich verstand " Das ist (ihr) Maigeld ".....Maigeld, das zahlten Arbeitgeber früher dem braven Malocher um sich zum Tanz in den Mai mal so richtig die Kante zu geben. Meine Freude war, verständlich, zuerst gross.
Blöde Falle!
Inhaber meinte: " Das ist MEIN Geld ".....wollte wissen warum ich Kosten von XY DM verursachte. War ein Anschi**!

Daher glaube ich also nicht wirklich an eine Verdrängung kroatischer Pflegebedürftiger durch " reiche Deutsche ". Eher an eine Spezialisierung....um diese Vokabel in´s Spiel zu bringen.
Kroatische Pflege - oder andere Wirtschaftszweige!!! - können durch Spezialisierung bestehen. Expandieren.
So, glaube ich, gestaltet sich da eher die Marktlage.



Gruss
 
A

AlterNeuer

Guest
Viele dieser Menschen haben einfach in ihrem Heimatland keine wirtschaftlichen Perspektiven.
......Dies ist ja im übrigen auch ein postitiver Aspekt der EU, wovon gerade Deutschland seit Jahren profitiert.
Hallo Jürgen,

Ich sehe diesen Aspekt eher negativ. Wäre nicht eine Angleichung der Verhältnisse innerhalb der EU viel wünschenswerter? Ausserdem sollte man nicht vergessen, dass der Profit des einen Landes immer auf Kosten der andern Länder geht. Langfristig werden hier nur Ungleichgewichte vergrössert.

Gruß
Wolli
 

Suncokret

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Die Ungleichgewichte bestanden lange vor der EU-Mitgliedschaft Kroatiens. In den 1970er Jahren waren 800.000 jugoslawische Arbeitsmigranten in Westeuropa, etwa die gleiche Zahl arbeitssuchend in Jugoslawien. Woran misst du denn, dass langfristig "hier nur Ungleichgewichte vergrössert" werden? Schreib' mir gerne eine PN, weil das Thema hier mal wieder ausfranzt ; -)
 
U

Ursie

Guest
Hallo,dober dan und bonjour,
jetzt möchte ich mich gerne in den "kroatischen Altenpflegestrang" hier im Forum einklicken .
Vielen Dank Sunokret für die 30 Seiten auf Englisch ,jetzt blicke ich durch.
Die Zahlen sprechen fuer sich.
Habe festgestellt, dass Kroatien und Frankreich die gleich hohe Selbstmordrate haben und die in Deutschland wesentlich niedriger ist.

Das heisst, die in Deutschland lebenden Rentner werden psychologisch besser präventiv betreut,obwohl ich weiss, dass die Gerontologieabteilung in Konstanz im Zentrum fuer Psychiatrie, Reichenau überlastet sind und man monatelang auf einen Termin warten muss.
Das Pflegeheim für Stufe 3 dort kostet 4.062 Euros - 1.550 Euros Leistung der PV Pflegestufe 3= 2.512 Euros zu erbringende Eigenleistung des Rentners und seiner Familie pro Monat
Quelle:Altenhilfe-Beratung StadtKonstanz
Dieser Betrag erhöht sich bei Pflegestufe 3+.

Bei einem Deiner Links stellte sich im kroatischen Altersheim bei Zagreb die Psychiaterin mit ihrer Privat- Praxis im Altersheim vor und ich fand das sehr gut aufgemach und uebers Internet kann man gleich einen Termin vereinbaren- super!!!
Leider noch nicht in Englisch ,aber es wird noch kommen hoffe ich, wenn der "Pflegetourismus "anrollt

Pflegestufe 1 wie ich gelesen habe, kostet 4.600 kn= 666 Euros . Pflegestufe 3 ? hier muesste man nachfragen wieviele Kune pro Monat in Rechnung gestellt werden.

Pflegestufe 1 hier im Privataltersheim in meinem frz. 2600 Seelendorf kostet 2500 Euros pro Monat (Pflegeversicherung=dependence= Fremdwort) viele träumen in Frankreich von der guten deutschenPflegeversicherung nach Blümschen Modell.

Wir wissen ja von Dir, dass ein kroatischer Rentner 300 Euro Rente im Monat hat.
Im September habe ich in der SZ gelesen, dass die in den 70 iger Jahren Ex Jugoslawischen Gastarbeiter jetzt im Schnitt 838 Euros Rente beziehen.
Meine Freunde,französische Kroaten ( aus Zagreb stammend) hier seit 50 Jahren in Frankreich in meiner Ortschaft wohnend und 40 Jahre Arbeit geleistet habend , bekommen 2400 Euros Rente zu zweit und zweimal Altersheim à 2.500 Euros ist nicht möglich.
Aber das Angebot in Zagreb fuer die Beiden fuer 1330 ist spitze, dann bleiben noch 1000 Euros Taschengeld übrig.
Wenn sie hierbleiben ,müssen die 3 Kinder die 2500 Euros pro Monat bezahlen d.h ein Gehalt ist weg und die Enkelkinder können nicht mehr weiterstudieren.
Entfernung von der Familie ist auch kein Problem ,der Flug von Lyon nach Zagreb kostet 100 Euros und der Flieger fliegt täglich. Die Zugreise von Bourg en Bresse nach Paris kostet 150 Euros

In Pakostane gibt es eine ganze Kolonie von " Europarentnern," die wieder zurück in der Heimat sind und mit 2 Renten aus Deutschland lebt es sich gut in Dalmatien.

Unser kroatischerVermieter z. Beispiel hat fuer den Club Mediterrané( wurde 1992 geschlossen) gearbeitet und bekommt seine französische Rente und freut sich ueber seine Euros.
Die Nachbarsfamilie echte Pakostaner ( Kroatisches Rentner Ehepaar in Stuttgart lebend und dort 40 Jahre gearbeitet bei Porsche hat ihren Zweitwohnsitz in der Heimat in Pakostane und wenn sie mal Pflegefall werden sollten, kommen sie ganzzeitig zurück.
Der kroatische Onkel und die deutsche Tante aus Siegburg, beide Renter wohnen jetzt in Vrana um ihren Kindern in D nicht zur Last zu fallen. Die Tante fliegt zu Arztbesuchen nach Deutschland Split Frankfurt. Und die Nichten in Pakostane versorgen sie ,denn zweimal Rente aus Deutschland "stopft finanzielle Engpässe" im Winter, wenn man keinen Job hat ider Tourismusbranche.
Der andere kroatische Onkel ,Rentner nebst Cousin und Cousine wohnen in Ulm und haben noch nicht vor nach Kroatien zurückzukehren.
Und die Grossneffen und Nichten in Pakostane haben alle in der Grundschule deswegen Deutsch als Fremdsprache genommen.
Und die Zahnärztin verdient ihr Geld auch mit den deutschen Rentnern, die ihren Zahnersatz dort machen lassen und so noch Geld sparen.
Eine französische Finanzzeitschrift lobte im Frühjahr die kroatischen Zahnärzte bei Implantaten und Kronen Preis Leistungsverhältnis sehr gut. 800 Euros in Kroatien, das Gleiche in Frankreich 2000 Euros.
Viele Italiener kommen nach Novalja (Pag) zum sich Implantate machen zu lassen. CP Simuni ist ja daneben. Novalja hat auch ein Altersheim laut deinem Link.
Die Assistentin in Pakostane spricht fliessend Deutsch und die Zahnärztin Englisch und sie macht eine tolle Arbeit,war selber als Notfall in Behandlung und sie hat meinen abgebrochenen Zahn gerettet, deswegen steht mein Entschluss fest, falls ich einmal ins Altersheim sollte entweder Pakostane, weil dort viele Deutsch sprechen und die Currywurst auf dem CP Nordsee 2.50 Euro kostet und das Eis 7 Kuna bei mir in F 2.50 Euros, Peka im Restaurant am Meer 70 Kuna und ich mir dies dann noch leisten kann.

Das Problem stellt sich fuer viele :denn wenn man 2 mal ein Altersheim zu zahlen hat sind 5000 Euros weg, bei Pflegefall Stufe 3 zweimal 4000 Euros sind gleich 8000 Euros im Monat und wer hat schon soviel Rente.

Wie sagte Burki : 3000 Euros Gehalt= 1400 Rente Beamte z.B 1200 Gehalt= 1200 Rente ( Beispiel halbe Stelle=halbtags Posten)

Folglich ist fuer kroatische Rentner das Altersheim teuer ,denn es entspricht zwei Monatsrenten.

Nehmen wir den Deutschen und französischen Renter z. B mit 2500 Rente im Monat, so entspricht es einer Rente fuer eine Person.
Bist du zu zweit "altersheimreif", dann sind 5000 Euros im Monat zu zahlen ohne PV in Frankreich.
Begleitetes Wohnen in Nizza 80 m2 = 1500 Euro Kaltmiete, Lyon 50 m2 =800 ,Ardeche 70 m2 900 Euros
Nimmt man aber z. B; die 1200 Euros Durchschnittsrente in Frankreich, dann ist es das Doppelte von der Rente ,was der Rentner im Altersheim zahlen muss.Gleich wie in Kroatien.
Viele von Ursie
PS meine zweite Option Altersheim ist sloga hiza in Sisan Liznjan zwischen dem Restaurant und der Weinstation gelegen,habe es auf deinem Link gefunden .
Meine Enkel und Sohn können ja dann bei Mario logieren und bis Pula fliegt ja auch der Flieger von Lyon, nur 2016 beim EURO werden die Sitze teuer gehandelt, wenn Kroatien dann im neuen Lyoner Stadion spielt !!!!!!!!!!!
Solange harre ich hier in F noch aus.
Übrigens habe ich in InIstrien.hr gelesen , dass im September 2014 der Konstanzer Landrat sowie Minister Friderich eine Partnerschaft mit der Gespanschaft Pula besiegelt hat, vielleicht bekommen dann die Konstanzer im Exil d.h bei "Rentenverbringen" in Pula noch einen Bonus, weil wir dann nicht die 4380 Euro teueren Altersheime belegen!!!
Da sie sich jetzt ja gegenseitig besuchen und beraten,dann werden sie die Thematik diskutieren,dass die Renter in Konstanz in zu grossen Wohnungen wohnen und nicht in die teueren Altersheime(in der Hand von Finanzgruppen) ziehen mit Seeblick .Konstanz hat 15 Alterheime 75 000 Einwohner.
Vielleicht wird Kroatien auch diesen Weg der "Altenpflege"gehen, denn das Klima in Istrien und Dalmatien lässt rheumatische Beschwerden oft abklingen und Luftverschmutzung fast gleich Null.
 
N

nihil-est

Guest
Kleenen Denkpause.

Rente ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Nur wer schon Rentner ist weiss was er an Rente bekommt.

Rente ist aber ( für viele ) ungleich dem Einkommen bzw. dem verfügbaren Geldmitteln.
Langfristige Anlagen. Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung. Zusatzrente vom ex Arbeitgeber. Kapitalerträge.....usw, usw, usw.

Das gilt neben D/A/CH auch in Kroatien oder Frankreich.

Wer noch nicht in Rente ist ahnt ( Rentenbescheid ) was er wohl bekommen wird. Ahnt weniger welche Kaufkraft dahinter steckt! Kann sich ergo auch kaum ausmalen wie der mögliche Wechsel Kuna auf Euro sich auswirken wird.

Wer bislang noch in gar keiner Pflegestufe ist, unabhängig ob Rentner oder Werktätiger, kann noch weniger abschätzen. Noch weniger zielgerichtet in die Zukunft " investieren ".
Wie auch manche Investition in die Zukunft schlichtweg Nonsens ist....90 Jahre und einen Sparplan auf 50 Jahre abschliessen gehört dazu.

In Europa, was ungleich dem T€uro-Raum ist, haben wir nicht nur Lohngefälle sondern auch Gefälle der Sozialstandards. Meint letztlich Risiken und Chancen. Ganz ohne Europa und T€uro, Kroatien oder D/A/CH, ganz ohne Pflegestufe sogar! Bei mir um die Ecke ist die örtliche Tafel. Was also Sozialgefälle bedeutet sehe ich zu den Ausgabeterminen.

Trotzdem aber glaube ich da an den Markt. Angebot vs Nachfrage. Nicht minder, wer nur früh genug vorsorgt ist auf der Gewinnerseite. Das ist ubiquitär!!!!

Meint: Kein ( hier ) kroatischer Pflegebedürftiger braucht sich fürchten das ein Pflegebedürftiger aus D/A/CH+F/I meinetwegen seinen Pflegeplatz wegnimmt.


Nur so am Rande, nebenbei
 
A

AlterNeuer

Guest
Kein ( hier ) kroatischer Pflegebedürftiger braucht sich fürchten das ein Pflegebedürftiger aus D/A/CH+F/I meinetwegen seinen Pflegeplatz wegnimmt.
Hallo,

da stimme ich Dir zu. Es werden sich jedoch viele Pflegebedürftige sorgen, dass sie den Platz nicht bezahlen können.
Das wird auch in den Wohlstandsländern das Hauptproblem werden (Niedriglohnsektor, Hartz 4 usw.)

@Suncokret
Du bist ja immer recht gut informiert.
Hast Du zufällig auch ein paar Vergleichszahlen über den Anteil der sationär untergebrachten Pflegebedürftigen z. B. zwischen D und HR?

Gruß
AlterNeuer
 

claus-juergen

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...Ich sehe diesen Aspekt eher negativ. Wäre nicht eine Angleichung der Verhältnisse innerhalb der EU viel wünschenswerter? Ausserdem sollte man nicht vergessen, dass der Profit des einen Landes immer auf Kosten der andern Länder geht. Langfristig werden hier nur Ungleichgewichte vergrössert...

hallo Wolli,

auch wenn wir uns wieder ein Stück vom eigentlichen Thema entfernen. Eine Gleichheit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht wird es auch innerhalb der EU nie geben. Die EU trägt unter anderem durch gezielte Strukturförderung dazu bei, daß unterentwickelte Länder aufholen. Die Hauptarbeit bleibt jedoch den Betroffenen selbst überlassen.

Wenn es Kroatien nicht schafft, sämtliche dem Land zustehende EU Fördermittel auszuschöpfen, weil die 25 % Eigenleistung nicht aufgebracht werden können, dann ist dies bedauerlich bzw. auch ein Kennzeichen für die dort nach wie vor existierende Bürokratie.

Auch im Pflegebereich wirst du nie und nimmer identische Verhältnisse wie in Deutschland haben. Obwohl ich die rechtlichen Rahmenbedingungen in diesem Land nicht kenne, glaube ich, daß dort die Zwei-Klassen-Medizin noch viel ausgeprägter als hierzulande ist.

Das einfache Verteilen von Geldern nach dem Gießkannenprinzip ist keine Lösung. Die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen stimmen. Es kann immer nur das Geld verteilt werden, welches auch vorhanden ist. Kroatien hat nicht viel zu verteilen. Schulden müssen irgendwann beglichen werden, im schlimmsten Fall von den Kindern und Enkeln.

grüsse

jürgen
 
A

AlterNeuer

Guest
Halo Jürgen,

ich stimme Dir ja in vielen Dingen zu.

ABER:
Auch im Pflegebereich wirst du nie und nimmer identische Verhältnisse wie in Deutschland haben.
Identische Verhältnisse wie in D? Das könnte schneller kommen als mancher glaubt. Allerdings wird diese Angleichung dann eher von oben nach unten erfolgen.
Zitat: "Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Bundesbürger, die auf die sogenannte Grundsicherung im Alter ab 65 Jahre angewiesen sind, um 7,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012 gestiegen." http://www.gegen-hartz.de/nachricht...eher-von-grundsicherung-im-alter-90016320.php
Vor allem,
Schulden müssen irgendwann beglichen werden, im schlimmsten Fall von den Kindern und Enkeln.
wenn wir diese Schulden bezahlen werden.
Obwohl ich die rechtlichen Rahmenbedingungen in diesem Land nicht kenne, glaube ich, daß dort die Zwei-Klassen-Medizin noch viel ausgeprägter als hierzulande ist.
Das könnte momentan durchaus so sein, da es die sogenannte relativ wohlhabende Mittelschicht in Kroartien wahrscheinlich nicht in dem Masse gibt. Allerdings wird ja in D und A mit Nachduck an einer Ausdünnung derselben gearbeitet.

Gruß
Wolli
 
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Suncokret

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@Suncokret
Hast Du zufällig auch ein paar Vergleichszahlen über den Anteil der sationär untergebrachten Pflegebedürftigen z. B. zwischen D und HR?

Gruß
AlterNeuer
Die Deckungsraten der stationären Pflege tendieren in west-, nord- und südeuropäischen
Ländern zu vergleichsweise verhaltenen Werten. Dies ist ein indirektes Anzeichen für eine
ausgleichende Entwicklung bei der Versorgung, die sich von der institutionellen hin zur
häuslichen Pflege verschiebt. Der Höchstwert dieser Raten findet sich Island (8,3%), der
Tiefstwert in der ehemals Jugoslawischen Republik Mazedonien (0,2%). An der Spitze rangieren
zudem Frankreich, Belgien und die Niederlande mit Deckungsraten von knapp über 6%. Es folgen
Schweden, Norwegen, Slowenien und Luxemburg mit Werten zwischen 5 und 6% sowie
Österreich, die Tschechische Republik, Zypern, Deutschland, Dänemark, Spanien, Finnland,
Ungarn, Irland, Italien, Malta, Portugal, die Slowakei und das Vereinigte Königreich mit Werten
zwischen 2,5 und 5%. Am unteren Ende rangiert die Türkei und Griechenland gemeinsam mit den
7 osteuropäischen Ländern Kroatien, Estland, Lettland, Polen, Litauen, Rumänien und der
ehemals Jugoslawischen Republik Mazedonien, die sämtlich Deckungsraten von unter 2%
verzeichnen.

aus: http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/files/elderly_care_en.pdf , S. 43
 
A

AlterNeuer

Guest
Die Deckungsraten der stationären Pflege tendieren in west-, nord- und südeuropäischen
Ländern zu vergleichsweise verhaltenen Werten. Dies ist ein indirektes Anzeichen für eine
ausgleichende Entwicklung bei der Versorgung, die sich von der institutionellen hin zur
häuslichen Pflege verschiebt.
Hallo Suncokret,

nochmals DANKE!
das ist zumindest mal eine Bestätigung für die von mir bereits getroffene Aussage.

Gruß
AlterNeuer
 
M

Marius

Guest
Sinkende Sozialstandards in Deutschland? Bin ich grad im falschen Film?
Und das beklagt ausgerechnet ein Ostalgiker?
Tut mir leid, das ist so absurd, dass ich gar keine Details kommentieren moechte :)
 

Suncokret

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off topic, sorry: Ich hab' mal für Marius gegoogelt. Ich finde dabei "Sinkende Sozialstandards in Deutschland" als politischen Kampfbegriff von Kapitalismuskritikern, nicht als tauglichen Begriff zur Beschreibung von Wirklichkeit. In Deutschland werden einige Sozialleistungen gekürzt, keine Frage. Andere werden erhöht, auch keine Frage. Was bringt da so ein undifferenzierter Kampfbegriff? Menschen aus anderen Ländern beneiden die Deutschen um ihre Sozialstandards und träumen davon.
 
N

nihil-est

Guest
Hallo @AlterNeuer ,

#87 ( stimmt jetzt, oder? )
unbestritten, Pflege in D/A/CH/ und F/I nehm ich auch noch mit rein, ist teurer. Nur rein vordergründigt liegt dies an den Unterbringungskosten und von mir aus den Lohnkosten.

Unterbringungskosten, jetzt mal nur D, sind vor allem in Heimen sehr hoch da diese einen recht hohen Staatsanteil Steuer entrichten müssen. Verständlicher gesagt: Vater Staat knallt ja jede Menge Steuern drauf und als Nimmersatt verdient sich damit ne goldene Nase.

Nicht nur in D ist das System doch von der Rente entkoppelt dahin gehend. Es wird ein Betrag XY an den Rentner gezahlt.
Dieser Betrag XY reicht für klassische Heime ( wegen Steuerlast ) oft nicht. Sind ja auch teuerste Unterbringungsart.
Der Betrag XY ist wohl am sinnvollsten wenn es ein Familienmitglied bekommt ( Nööööö, ich will meinen Kindern/Enkeln nicht zur Last fallen )

Natürlich kann man dann nach Kroatien ( Thema dieser Debatte ) - oder woanders hin. Woanders wo Rente + Betrag XY ausreichen.
Woanders - scheinbar unbeachtet nannte ich schon die Spezialisierung von Anbietern. Diese spezialisierten Anbieter können in Kroatien sein - müssen es aber nicht.
In D haben schon viele Bauernhöfe die Pflege als Nebenerwerb ins Angebot neben Ferienwohnung etc aufgenommen.

Perfektioniert haben es übrigens die Niederlande mit den Zorgboerderijen ( Tja, Zorgboerderijen ist so´n Zungenbrecher den man in Hochdeutsch eh nicht versteht und nur wer Platt kann ahnt was gemeint ist :))
Zorgboerderijen sind also (ursprünglich) landwirtschaftliche Betriebe, die Menschen ein Hilfsangebot machen, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen und etabliertes Angebot zu den teuren Heimplätzen. Neben Pflege also auch weitere Umstände.

Viele werden doch vom Thema Pflege, weil gedanklich verdrängt, überrascht. Man kennt den klassischen Weg ab ins Heim so es im eigenen Haushalt wie auch immer nicht mehr geht. Dazu eben Alternativen wie " Billiglohnländer ". Mehr eher nicht.

Statt " Billiglohnland " kann man mit Rente + Betrag XY auch Alternativmodelle wählen wo das verfügbare Geld noch ausreicht! Sei es der Bauernhof oder eben so etwas wie eine Zorgboerderij.

Ehrlich, mit H4 und Minnirente alleine ( Du führst dies ja gerne und oft auf ) ist mir das een bisserl zu flach. Pardon, nicht persönlich angegriffen fühlen.


Gruss
 
A

AlterNeuer

Guest
@Suncokret

Du und die meisten Menschen sehen das m. E. einfach viel zu eng. Natürlich beneiden uns viele Menschen aus anderen Ländern um unsere Sozialstandarts - noch!
Was aber wird, wenn dieses System zusammenbrechen sollte, wird dabei meist völlig ausgeblendet. Stichworte sind hier Geldsystem, Demografischer Wandel und Kriege. Die Bäume wachsen nun mal nicht in den Himmel. Einen Reset gibt es, mathematisch bedingt, alle 50 bis 80 Jahre.
Dass es so wie jetzt nicht weitergeht, kann man ja bereits in der Finanzmarktwelt lesen.
Herr Polleit macht dazu recht interessante Ausführungen, auch wenn einige jetzt wieder der Meinung sein werden, dass das off topic ist.

Gruß
AlterNeuer
 

Suncokret

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Diese Geschichte von Pflege auf dem Bauernhof klingt interessant. Habe dazu zwei Artikel gefunden: Mit "Green Care", der Betreuung von alten, kranken und pflegebedürftigen Menschen, aber auch Kindern und Jugendlichen, haben sich bäuerliche Betriebe in Holland ein zusätzliches Einkommensstandbein geschaffen. http://www.bauernzeitung.at/?id=2500,1005307

http://programm.ard.de/TV/tagesschau24/pflegeheim-und-bauernhof/eid_287217669043891

EU-Pilotprojekt in Österreich: Bauernhöfe als Pflegeheime http://www.euractiv.de/oesterreich/...in-sterreich-bauernhfe-als-pflegeheime-006642

Wenn das EU-Projekt wird, könnte es auch für Kroatien interessant sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
A

AlterNeuer

Guest
Hallo,

es geht ja um bezahl- und machbare Alternativen mit denen auch möglichst Viele erreicht werden können.
Eine aus meiner Sicht sehr interessante Variante ist eine Zeitbank.
In Thüringen gibt eine seit 2010. Allerdings, so ergab ein Telefonat mit einem mir bekannten Gründungsmitglied, ist man über die Vereinsgründung kaum hinaus gekommen. In bestimmten anderen Ländern läuft das jedoch recht gut.

Gruß
AlterNeuer
 
N

nihil-est

Guest
@Suncokret ,

Danke für den Beitrag aus NL, steht übrigens auch im Text, ist einer der " Zorgboerderij-Betriebe " von denen ich ja zuvor schrieb.

In D gibt es ja auch Bauernhöfe etc.

Für Austria ein anderes Modell mal genannt. Voralberger Hauskrankenpflegeverein von 1899. Ähnlich wie ne Sterbekasse die man ja auch in D kennt zahlt man da ein paar Euros monatlich um im Alter einen Pflegeplatz zu haben.

Das also alle nunmehr kroatische Pflegebedürftige verdrängen, von diesem Gedanken sollten wir uns langsam in der Diskussion verabschieden. Das es hingegen auch für Kroatien eine Chance ist, da treffen wir doch eher den Kern im Ansatz.

Gruss
 
M

Marius

Guest
@Suncokret

Du und die meisten Menschen sehen das m. E. einfach viel zu eng. Natürlich beneiden uns viele Menschen aus anderen Ländern um unsere Sozialstandarts - noch!
Was aber wird, wenn dieses System zusammenbrechen sollte, wird dabei meist völlig ausgeblendet. Stichworte sind hier Geldsystem, Demografischer Wandel und Kriege. Die Bäume wachsen nun mal nicht in den Himmel. Einen Reset gibt es, mathematisch bedingt, alle 50 bis 80 Jahre.
Dass es so wie jetzt nicht weitergeht, kann man ja bereits in der Finanzmarktwelt lesen.
Herr Polleit macht dazu recht interessante Ausführungen, auch wenn einige jetzt wieder der Meinung sein werden, dass das off topic ist.

Gruß
AlterNeuer

Ja klar, noch beneidet man die Deutschen um ihre Sozialstandards, aber was wenn es zu einem Weltkrieg kommt, oder der Mond auf die Erde faellt (was fuer einiges Durcheinander sorgen koennte), und es kommt zu einem voelligen Zusammenbruch aller bestehenden Systeme, ja was denn? Ja was passiert denn dann?
Dann werden die Deutschen die anderen um ihre Sozialsysteme beneiden?Oder was genau soll die Frage, AlterNeuer???

Wovon sprichst du eigentlich?

Ich vertstehe das einfach nicht, wenn jemand, der in einem Land lebt, in dem jeder andere Weltbuerger gerne leben wuerde, und dieser jemand nur durch Zufall in diesem Land lebt, naemlich, weil eines Tages ein gewisser Herr Gorbatschow eine Idee hatte, also dieser jemand meckert dann auch noch und ist immerzu unzufrieden und will immer noch mehr und noch mehr und noch mehr. Was genau moechtest du eigentlich, AlterNeuer, werde doch mal konkret, bitte.

Wieviele Euros haettest du denn gerne monatlich?
 
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